7 Sehenswürdigkeiten in Bordeaux: Genuss und Geschichte an der Garonne

Eine Altstadt mit Flair, eine Uferpromenade zum Entspannen und Weinkultur von Weltrang: In Bordeaux erleben Sie Südfrankreich von seiner genussvollen Seite.

La Grosse Cloche, ein Glockenturm auf dem mittelalterlichen Stadttor von Bordeaux

Die Architektur in Bordeaux ist prunkvoll und doch ist die Atmosphäre in der südfranzösischen Stadt angenehm entspannt. In einem Moment sonnen Sie sich an der Garonne mit einem Coffee-to-go aus dem hippen Café nebenan, und im nächsten stehen Sie ehrfürchtig im Schatten der zwölf korinthischen Säulen des Grand Théâtre. Und während an der Flaniermeile am Fluss Fahrradfahrer an Ihnen vorbeigleiten, locken in den Gassen der Altstadt ganze Ensembles denkmalgeschützter Gebäude, in denen hervorragende Restaurants und schicke Weinbars zum Innehalten und Genießen einladen. In Bordeaux Sehenswürdigkeiten zu finden, ist ein Kinderspiel. Die schönsten für ein Wochenende herauszufiltern, kann jedoch zur Herausforderung werden. Die sieben folgenden sind bei jedem Trip einen Besuch wert.

1. Ein ruhiger Start in der Cathédrale Saint-André

Place Pey Berland; Straßenbahnlinien A, B und F bis „Hôtel de Ville“; täglich geöffnet ab 14 Uhr, von Dienstag bis Sonntag auch vormittags; Eintritt in die Kathedrale frei, Turmbesteigung 9 Euro


Ihre Tour zu den Sehenswürdigkeiten in Bordeaux beginnen Sie am besten im Zentrum der Altstadt. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Frühstück im kleinen, feinen Black List Café (Place Pey Berland 27) gleich um die Ecke der Cathédrale Saint-André? Nach einem ausgezeichneten Kaffee und einer riesigen Zimtschnecke sind Sie perfekt gestärkt, um das kirchliche Machtzentrum der Stadt zu erkunden. Schon von Weitem stechen Ihnen die zwei Kirchtürme ins Auge, bevor Sie beim Näherkommen das eigentliche Ausmaß dieses detailreichen Meisterwerks aus dem 11. Jahrhundert erkennen.

Cathédrale Saint-André in Bordeaux mit dem freistehenden Glockenturm Pey-Berland aus Drohnensicht

Spätestens im Inneren des Gotteshauses werden Sie aus dem Staunen nicht herauskommen. Allein die Raumhöhe entlockt vielen ein leises „Wow“. Dazu die bunte Glaskunst in den hohen Fenstern, die viel Licht hineinlassen, und schon entsteht das so andächtige Ambiente, das man in einer Kirche dieser Größenordnung erwartet. Setzen Sie sich ruhig kurz hin, lassen Sie den Geruch von Weihrauch und Wachs auf sich wirken und lauschen Sie dem Murmeln, das in allen Ecken vibriert. Sobald es Sie dann wieder nach draußen zieht, empfiehlt sich ein Abstecher zum freistehenden Glockenturm Tour Pey-Berland nebenan. Steigen Sie hier unbedingt die 233 Stufen nach oben, um einen der schönsten Blicke über die Stadt zu genießen. Die Mühe lohnt sich!

Hotel-Tipps: Der ideale Ausgangspunkt, um in Bordeaux Sehenswürdigkeiten zu erkunden, ist ein zentrales Hotel wie das schicke Novotel Bordeaux Centre oder das gemütliche Aparthotel Adagio Bordeaux Gambetta. Von beiden ist die Kathedrale fußläufig erreichbar.

2. Gemütliche Momente am Fluss

Pont de Pierre; diverse Straßenbahnlinien bis „Porte de Bourgogne“; rund um die Uhr geöffnet; Eintritt frei


Die Eindrücke der Kathedrale von Bordeaux lassen Sie am besten bei einem Spaziergang in Richtung Fluss auf sich wirken. Dort erwartet Sie mit der Pont de Pierre eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Bordeaux. Die Steinbrücke aus dem 19. Jahrhundert war lange die einzige Brücke über die Garonne und ist heute Fußgängern, Radfahrern, Bussen und Straßenbahnen vorbehalten. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit, schlendern Sie an den historischen Straßenlaternen vorbei und genießen Sie die Aussicht auf die Stadt, bevor Sie an der linken Uferpromenade weiter Richtung Norden ziehen.

Pont de Pierre, eine Brücke in Bordeaux, mit der Basilika Saint-Michel im Hintergrund

Rechts von Ihnen plätschert die Garonne gleichmäßig vor sich hin, während sich zu Ihrer Linken prunkvolle Gebäude und entspannte Grünanlagen wie der wunderschöne Jardins de Lumières abwechseln. Wenn Sie sich umsehen, werden Sie viele Einheimische entdecken, denn auch die Bordelais, wie die Einwohner der Stadt genannt werden, lassen hier gerne die Seele baumeln und genießen neben dem freien Blick auf die prächtigen Fassaden vor allem die Parks am Wasser und die friedvolle Stimmung am Fluss.

Tipp: Unweit von der Pont de Pierre legen Ausflugsschiffe ab, mit denen Sie Bordeaux vom Wasser aus erkunden können.

3. Auf ein Spiegelfoto zum Miroir d’Eau

Place de la Bourse; Straßenbahnlinien C, D und E bis „Place de la Bourse“; rund um die Uhr geöffnet, Eintritt frei


Sobald Sie den kleinen Blumengarten am Ufer der Garonne hinter sich gelassen haben, stehen Sie vor einer der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten von Bordeaux: dem Miroir d’Eau auf der Place de la Bourse. Das zwei Zentimeter flache Reflexionsbecken malt mit seinen Spiegelungen wunderschöne Gemälde der umliegenden Fassaden und kreiert damit immer neue Fotomotive, denen kaum ein Besucher der Stadt widerstehen kann. Und das Becken kann noch mehr: In regelmäßigen Zeitintervallen saugen Ventile das Wasser ab, und moderne Düsen erzeugen einen feinen Wassernebel, der eine mystische Stimmung erzeugt.

Miroir d’Eau, ein Wasserbecken auf der Place de la Bourse in Bordeaux mit Spiegelungen

Die imposanten Gebäude auf der Place de la Bourse beherbergen heute zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer von Bordeaux oder die Zollverwaltung, die Ihnen in ihrem eigenen Museum, dem Musée National des Douanes, mehr über Handel und Zölle verrät. Oder Sie holen sich einfach ein Eis, suchen sich einen Sitzplatz am Ufer und beobachten das Treiben inmitten dieses fast schon kitschigen Postkartenmotivs. Vor allem im Sommer ist rund um den Miroir d’Eau immer viel los: Kinder toben durch das flache Wasser und auch so mancher Erwachsener zieht seine Schuhe aus, um die Füße ins kühle Nass zu stecken.

4. Architektur- und Kunstgenuss im Grand Théâtre

Place de la Comédie; Straßenbahnlinie B bis „Grand Théâtre“; Rezeption von Donnerstag bis Samstag von 13 Uhr bis 18:30 Uhr geöffnet; Führungen ab 10 Euro


Wenige Meter vom Miroir d’Eau entfernt finden Sie das imposante Grand Théâtre. Der Prunkbau aus dem 18. Jahrhundert beeindruckt mit seiner monumentalen Säulenfront, auf der Statuen in den Himmel ragen. Neun Musen und drei Göttinnen wachen über das Theater, das abends in warmes Licht getaucht wird, damit die Damen und Herren in edlen Roben den Weg in den Theatersaal finden. Lust, sich ihnen anzuschließen? Wie wäre es mit einer Aufführung von La Traviata? Oder einer Ballettdarbietung? Oder klassischer Musik? Das Programm der Opéra National de Bordeaux ist abwechslungsreich und immer einen Blick wert.

Das historische Grand Théâtre von Bordeaux mit beeindruckender Säulenfront und Statuen

Sie möchten die heiligen Hallen außerhalb einer Darbietung besuchen? Dann können Sie über die Website des Tourismusbüros eine Führung buchen und die imposanten Innenräume mit ihren üppigen Kronleuchtern und wunderschönen Wandmalereien auch ohne Abendrobe erleben. Mit oder ohne Besuch: Auch der Platz vor dem Theater ist einen Besuch wert, zählt er doch zu den lebendigsten Plätzen und beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Bordeaux. Trinken Sie hier einen Kaffee und shoppen Sie sich durch die Boutiquen, die in die Rue Sainte-Catherine, eine der beliebtesten Einkaufsstraßen der Stadt, überleiten.

Hotel-Tipp: Nur wenige Gehminuten von der Place de la Comédie entfernt liegt das stylishe Mama Shelter Bordeaux, das mit seiner zentralen Lage und dem verspielten Design perfekt zu einem entspannten Bordeaux-Trip passt.

5. Auf einen Abstecher in den Jardin Public

Rue du Jardin Public; Straßenbahnlinien C und E bis „Jardin Public“; geöffnet täglich ab 7 Uhr bis Sonnenuntergang; Eintritt frei


Einen Ausflug ins Grüne, ohne die Stadt zu verlassen, ermöglicht der Jardin Public. Der Park, der aus dem 18. Jahrhundert stammt, ist ein Traum für alle, die gerne in der Natur entspannen. Sobald Sie durch eines der schmiedeeisernen Tore treten, rückt der Verkehrslärm in den Hintergrund. Die Vögel zwitschern und der Wind streift leise durch die Blätter der Bäume und Sträucher. Auf einer Insel im See toben die Kinder auf dem Spielplatz, am Ufer freuen sich die Enten über Futter und auf den Bänken entspannen die Menschen beim Sonnen oder mit einem guten Buch.

Der Jardin Public, ein historischer Garten in Bordeaux, mit dem Palais du Capitole

Die heutige Gartengestaltung folgt dem englischen Stil. Die Pfade sind verschlungen und die Bäume alt. Während Sie über die Wege spazieren, joggen sportliche Bordelais an Ihnen vorbei, Kinder drehen Runden auf dem Nostalgiekarussell, und auf den Wiesen picknicken Familien und Freundesgruppen in schattigen Plätzchen. Im Jardin Public erhalten Sie einen Einblick in den Alltag der Stadtbewohner. Viele laufen einfach nur durch, dabei lohnt es sich, einen Gang herunterzuschalten und, wenn Zeit bleibt, auch im Muséum de Bordeaux – Sciences et Nature, dem Naturkundemuseum der Stadt, vorbeizuschauen.

6. Auf den Spuren des Weins in der Cité du Vin

134 Quai de Bacalan; Straßenbahnlinie B bis „La Cité du Vin“; geöffnet täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr; Tickets (inkl. Weinverkostung) ab 23 Euro für Erwachsene


Ein weiteres großartiges Museum wartet im Norden der Stadt auf Sie: das Weinmuseum in der Cité du Vin. Allein schon wegen der einzigartigen Architektur zählt dieses Museum zu den Top-Sehenswürdigkeiten von Bordeaux. Direkt am Fluss gelegen und umgeben von Grün, erinnert das futuristische Gebäude an das Fließen von Wein beim Dekantieren. Die geschwungenen Linien, die je nach Lichteinfall golden oder silbrig glänzen, ziehen unweigerlich die Blicke auf sich, bevor Sie im Inneren des Gebäudes in die Welt des Weins eintauchen.

Futuristisches Gebäude der Cité du Vin in Bordeaux mit geschwungenen Linien vor blauem Himmel

In der Cité du Vin betreten Sie aber kein klassisches Museum, sondern erleben die Faszination rund um den Rebensaft in spannenden Geschichten, an interaktiven Stationen und als multisensorische Erfahrung. Am Ende ist klar, warum Wein in Bordeaux so viel mehr als ein Getränk ist. Wein ist Kultur. 

Hotel-Tipp: Nicht weit von der Cité du Vin übernachten Sie im luxuriösen 5-Sterne-Hotel Mondrian Bordeaux Les Carmes in ehemaligen Weinkellern der bekannten französischen Weinmarke Calvet. Hier können Sie mit einer erfahrenen Sommelière die Welt des Weins weiter erkunden und edle Tropfen probieren – natürlich in Maßen.

7. Kunstpause im ehemaligen U-Boot-Bunker

Impasse Brown de Colstoun; Straßenbahnlinie C und E bis „Ravezies“ und Buslinie 9 bis „Base Sous-Marine“; geöffnet täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr (samstags bis 20 Uhr); Tickets ab 16 Euro für Erwachsene


Von ihrer kreativen Seite zeigt sich die Welthauptstadt des Weins im Bassin des Lumières. Das Museum gehört vielleicht nicht zu den klassischsten Sehenswürdigkeiten in Bordeaux, ist aber mit seinen wechselnden Ausstellungen immer einen Besuch wert. Von außen ist der ehemalige U-Boot-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg noch gut als solcher zu erkennen. Im Inneren rückt diese Optik aber rasch in den Hintergrund. Hier verwandeln riesige Projektionen die rohen Betonwände in leuchtende Kunstwerke. Während Sie auf Stegen alte Wasserbecken überqueren, erwachen um Sie herum Meisterwerke großer Künstler zum Leben, und Unterwasserkreaturen tanzen zu modernen oder klassischen Beats. Das immersive Erlebnis geht unter die Haut und weckt den Wunsch nach mehr. Gut, dass das Museum immer wieder neue Installationen zeigt.

Tipp: Buchen Sie ein Zeitfenster am Vormittag und genießen Sie das Museum, wenn weniger los ist. So wirkt die Bewegtkunst noch intensiver.

Kunstwerk im Bassin des Lumières, einem ehemaligen U-Boot-Bunker in Bordeaux
©Culturespaces _ Geoffroy Groult

Am Ende ist Bordeaux so viel mehr als die Summe seiner Sehenswürdigkeiten. Die Stadt überzeugt vor allem mit ihren Kontrasten – von entspannt bis elegant, von alt bis neu, von pompös bis schlicht – und verspricht genauso unvergessliche Erlebnisse wie ParisLille oder Straßburg. Lust auf die Weinhauptstadt der Welt?

FAQ zu den Sehenswürdigkeiten in Bordeaux

Was sollte man in Bordeaux machen?

In Bordeaux sollten Sie unbedingt die Altstadt mit der Kathedrale Saint-André, die Place de la Bourse mit dem Miroir d’Eau und die Uferpromenade an der Garonne erkunden. Ergänzen Sie Ihren Aufenthalt mit einem Besuch der Cité du Vin, einem Spaziergang durch den Jardin Public und – wenn möglich – einem Ausflug ins Umland zu Weingütern rund um die Stadt.

Wie viele Tage braucht man in Bordeaux?

Für einen ersten Überblick mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, etwas Shopping und einem Abendessen in einem Gourmetrestaurant reichen zwei volle Tage. Wenn Sie zusätzlich Museen, Weingüter oder moderne Highlights wie das Bassin des Lumières besuchen möchten, sollten Sie drei bis vier Tage einplanen.

Wann ist die beste Reisezeit für Bordeaux?

Die angenehmsten Reisezeiten sind Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen mild sind und die Stadt nicht ganz so voll ist wie im Hochsommer. Im Sommer locken lange Abende an der Garonne und zahlreiche Festivals, während der Winter mit weniger Trubel und oft überraschend vielen sonnigen Tagen punktet.

Was ist ein typisches Essen in Bordeaux?

Typische Spezialitäten sind Gerichte mit Enten- oder Gänseleber, frischer Fisch und Meeresfrüchte aus der Region sowie süße Canelés mit karamellisierter Kruste und weichem Kern. Dazu passt ein Glas Bordeaux-Wein – vom eleganten Rotwein aus dem Médoc bis zu frischen Weißweinen aus den Graves.

Reiseideen

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