13 April 2026
5 Minuten
In Marseille lohnt sich ein Kurzurlaub, denn die südfranzösische Hafenstadt am Mittelmeer ist nicht nur charmant, sie überrascht auch mit abwechslungsreichen Sehenswürdigkeiten.
13 April 2026
5 Minuten
In der Provence und am Mittelmeer liegt Frankreichs zweitgrößte Stadt: die Hafenstadt Marseille, und die hat ihren ganz besonderen Reiz. Morgens können Sie durch verwinkelte Altstadtgassen schlendern, mittags frisch gefangenen Fisch am Hafen kosten und am Nachmittag von den Hügeln der Stadt den Blick über die Dächer bis zum Meer schweifen lassen oder durch spannende Museen bummeln. Marseille lockt mit Sehenswürdigkeiten wie dem Vieux Port, der beeindruckenden Kirche Notre-Dame de la Garde, Streetart und weitläufigen Parks. Entdecken Sie die aufregendsten Sehenswürdigkeiten von Marseille und einige Geheimtipps, und erleben Sie eine Stadt, die vom ersten Moment gute Laune macht.
Am besten beginnen Sie Ihre Tour zu den schönsten Sehenswürdigkeiten von Marseille im alten Hafen, dem Dreh- und Angelpunkt der Stadt. Hier lässt es sich auch wunderbar übernachten. Im 4-Sterne-Hotel Mercure Marseille Canebière Vieux-Port überrascht das Frühstücksbuffet mit einer typischen Marseiller Nascherei: Navettes, ein Gebäck mit Orangenblütenaroma in der Form eines kleinen Schiffes.
Rund um die Kaimauern am Vieux Port schaukeln kleine Segelyachten und bunte Fischerboote gemächlich auf dem Wasser. Durch die beiden Festungen Fort Saint-Jean und Fort Saint-Nicolas, die die Einfahrt des alten Hafens bewachen, wandert der Blick hinaus aufs weite Meer. Wenn Sie das Lebensgefühl der Hafenstadt ganz in sich aufsaugen möchten, besuchen Sie den Fischmarkt am Quai des Belges. Jeden Morgen preisen auf blauen Verkaufsständen die Fischer unter Möwenkreischen den Tagesfang an, während die Kutter gleich dahinter anlegen. Zwischen den Einheimischen und Küchenchefs drängeln sich auch gern neugierige Marseille-Besucher.
Noch schöner ist die Stimmung jedoch am Abend, wenn sich die Sonne dunkelrot am Horizont verabschiedet und den alten Hafen in ein zauberhaftes Licht taucht. In den kleinen Straßen rund um das Hafenbecken wimmelt es nur so von urigen Cafés und Restaurants, in denen Sie provenzalische Küche und vor allem Bouillabaisse probieren können. Daran führt in Marseille kein Weg vorbei. Frankreichs berühmte Fischsuppe mit frischem Mittelmeerfisch wurde hier im alten Hafen erfunden. Eine traditionelle Bouillabaisse steht in den meisten Hafenlokalen auf der Speisekarte.
Restaurant-Tipp: Im Chez Madie Les Galinettes hält die Bouillabaisse, was sie verspricht – und wird klassischerweise in zwei Gängen serviert. Mindestens fünf Mittelmeerfische gehören laut Grundrezept in die Suppe, deswegen ist eine gute Bouillabaisse nicht ganz billig. Vorab reservieren!
138 Quai du Port; täglich geöffnet 12:00–14:00, 19:00–21:30 Uhr
Von fast überall in der Stadt aus ist sie zu sehen: die Notre-Dame de la Garde mit ihrer goldglänzenden Madonnenfigur. Auf einem 161 Meter hohen Felsplateau thront majestätisch „la bonne mère“, die gute Mutter, wie die Marseiller die Basilika liebevoll nennen. Wie hügelig die Stadt ist, merken Sie vor allem, wenn Sie den knapp halbstündigen Aufstieg zur bekanntesten Sehenswürdigkeit Marseilles vom alten Hafen aus zu Fuß wagen. Dabei gerät man schnell ins Schwitzen, doch die Mühe wird belohnt. Oben angekommen breiten sich die Stadt, der Hafen und das Meer zu Ihren Füßen aus.
Schon im Mittelalter stand hier eine kleine Kapelle zum Schutz der Seeleute. Auch die im 19. Jahrhundert errichtete Basilika mit ihrer auffälligen gestreiften Fassade blickt schützend über den Hafen. Lassen Sie sich das prunkvolle Innere nicht entgehen, wo sich über Ihnen reich verzierte Decken wölben und das Sonnenlicht die goldenen Mosaike geheimnisvoll schimmern lässt. Allerdings pilgern jährlich zwei Millionen Menschen zur Basilika, sodass Sie diesen Anblick selten für sich allein haben.
Wissenswert:
Sundowner im Park: Im französischen Restaurant SEPIA am Rande des idyllischen Parc de La Colline Puget, unterhalb der Basilika, kitzelt das Kultgetränk Marseilles – Pastis – alle Sinne. Eine hervorragende Adresse auch für kreative Fischgerichte mit Aussicht.
2 Rue Vauvenargues; Mo–Fr 12:00–14:00 Uhr, 19:00–22:00 Uhr; Bar Mi–Sa 18:00–1:00 Uhr; Reservierung empfohlen
Dass sich Marseille immer mehr in eine hippe Metropole am Mittelmeer verwandelt, lässt auch der riesige quadratische Block am Hafeneingang vermuten. Schon von Weitem buhlt der moderne gläserne Bau, der zum Wasser hin von einer netzartigen Betonhülle umwoben ist, um Ihre Aufmerksamkeit. Eröffnet wurde das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers (MuCEM) 2013, als Marseille den Titel „Kulturhauptstadt“ trug. Mittlerweile hat es Weltruf erlangt.
Über unterschiedliche Wege, Treppen und Brücken können Sie das Gebäude auch ohne Museumsticket erkunden. Es ist verlockend, einfach dem Schattenspiel der Sonne durch das Betongitternetz zu folgen. Dabei erzählen drinnen spannende, teils interaktive Dauer- und Wechselausstellungen von der Geschichte, dem Leben und den Kulturen rund um das Mittelmeer und verweben mehrere Welten miteinander. Über eine spektakuläre Fußgängerbrücke, die sich wie ein schwarzer Balken von der Dachterrasse über das Wasser zieht, erreichen Sie eine weitere Sehenswürdigkeit von Marseille: das Fort Saint-Jean.
Wissenswert:
Was für ein Ausblick! Auf der großen Plattform des Tour du Roi René im Fort Saint-Jean haben Sie einen 360-Grad-Blick auf die Stadt und das Meer. Allerdings müssen Sie dafür eine enge Wendeltreppe und fünf Stockwerke erklimmen.
Steile Steintreppen führen Sie vom alten Hafen ins hügelige Viertel Le Panier im historischen Kern der französischen Metropole. Vor allem in der Nebensaison kann hier der Eindruck entstehen, man habe sich in ein verschlafenes Dörfchen mitten in der Provence verirrt. Vor den bunt bemalten Häuserreihen stehen üppig bewachsene Blumentöpfe, und unter den farbenfrohen Fensterläden baumelt an kleinen Wäscheleinen die Wäsche zum Trocken. Zwar ist Le Panier längst kein Geheimtipp unter den Sehenswürdigkeiten Marseilles mehr. Doch in den schmalen Kopfsteinpflastergassen finden Sie einige der besten Kunsthandwerkerläden, Vintage-Boutiquen und Ateliers der Stadt. Wenn Sie auf der Suche nach einem originellen Mitbringsel sind, machen Sie unbedingt hier Halt.
Am besten beginnen Sie Ihren Bummel durch das älteste Stadtviertel Marseilles an der Cathédrale de la Major mit ihrer markanten gestreiften Fassade, den hübschen Kuppeln und massiven Türmen am Rande des Hafens. Dann lassen Sie sich rund um die Rue de Panier einfach treiben. Immer wieder stoßen Sie in den kreuz und quer verlaufenden Gassen und an den schattigen Plätzen auf exquisite Restaurants, urige Weinbars und niedliche Cafés, die ihre kleinen Tische nach draußen rücken.
Auf die Spuren des Grafen von Monte Christo begeben Sie sich bei einem Bootsausflug zur kleinen Felseninsel Île d’If, die vor der Hafenstadt im tiefblauen Meer liegt. Die historische Festung Château d’If inspirierte Alexandre Dumas zu seinem berühmten Abenteuerroman „Der Graf von Monte Christo“, dessen Geschichte eng mit den alten Gemäuern verwoben ist. Während der kurzen Überfahrt dorthin rückt Marseille schnell in den Hintergrund.
Durch das große Tor gelangen Sie in den Innenhof, von dem schmale Steintreppen in die schaurigen Zellen führen. Zwischen den dicken Mauern finden sich Inschriften, und kleine Ausstellungen erzählen vom Alltag der Gefangenen. Bei einem Rundgang erfahren Sie, dass König Franz I. im 16. Jahrhundert hier eine Wehranlage errichten ließ, die kurze Zeit später zu dem berüchtigten Gefängnis wurde. Wenn Sie oben auf den Wehrmauern stehen und Ihr Blick über das offene Meer, die restlichen Frioul-Inseln und hinüber nach Marseille wandert, wird einem schnell bewusst, wie nah die Freiheit war – und wie unerreichbar sie sich dennoch angefühlt haben muss.
Wissenswert:
Machen Sie einen Tagesausflug! Verbinden Sie Ihren Ausflug zum Château d’If mit einem Besuch der benachbarten Frioul-Inseln, wo Sie unberührte Calanques entdecken und im kristallklaren Wasser baden können. Buchen Sie am besten eine geführte Bootstour.
Marseille ist ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen, was sich auch in der Küche widerspiegelt. Das können Sie auf dem lebhaften, manchmal leicht chaotischen Marché des Capucins im Marktquartier Noailles aus erster Hand erleben. Gemüse aus der Provence und Zutaten aus aller Welt wechseln hier die Besitzer, während es nach orientalischen Gewürzen und frischem Baklava duftet. Es ist aber auch ein wunderbarer Ort, um sich durch die lokale und nordafrikanische Küche zu probieren. Panisses, die südfranzösischen Kichererbsenfritten mit einer nussigen Note, sind ein leckerer Snack für zwischendurch. Richtig gut schmecken Sie auch im Tête d’ail gleich um die Ecke.
Pl. du Marché des Capucins; täglich geöffnet 8:00–19:00 Uhr
Ausgehtipp und Streetart: Steigen Sie weiter südöstlich die mit Graffiti überzogenen Treppen der Escaliers du Cours Julien hinauf ins gleichnamige Hipster- und Künstlerviertel – eine der noch etwas weniger bekannten Sehenswürdigkeiten von Marseille. In den quietschbunten Gassen von Cours Julien reiht sich eine coole Bar neben die andere.
Mitten im lebhaften Marseille wirkt diese beliebte Sehenswürdigkeit fast wie ein Gegenentwurf zum städtischen Leben. Das liegt sicherlich auch daran, dass gleich hinter dem Palais Longchamp der weitläufige Parc Longchamp beginnt. Sobald Sie von der Rue Espérandieu kommend die Anlage betreten, fällt Ihr Blick auf den palastartigen, halbkreisförmigen Bau mit seinen Kolonaden und dem aufwendig gestalteten Brunnen, in dem Wasser über mehrere Stufen hinabplätschert. Das Palais wurde im 19. Jahrhundert ursprünglich als Wasserreservoir angelegt. Heute beherbergt es in seinen Flügeln nicht nur das Musée des Beaux-Arts und das Naturkundemusem. Es ist der perfekte Ort, um den Trubel der Stadt hinter sich zu lassen, zum Beispiel bei einem Picknick an heißen Sommertagen unter den hochgewachsenen, schattenspendenden Bäumen im Park.
Bd Jard. Zoologique; täglich geöffnet 8:00–18:45 Uhr
Marseille bietet vielfältige Sehenswürdigkeiten, die einen Städtetrip versprechen, bei dem Ihnen nie langweilig wird. Die Hafenstadt am Mittelmeer hat viele Gesichter. Am Ende ist es genau diese Mischung, die Marseille so spannend und attraktiv macht: Sie ist quirlig und abwechslungsreich, ruhig und gleichzeitig erstaunlich entspannt.
Viele der Sehenswürdigkeiten in Marseille versammeln sich rund um den Vieux Port, sodass Sie diese gut zu Fuß erreichen können. Mit einem Marseille Citypass (erhältlich für 24, 48 oder 72 Stunden) nutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos. Das lohnt sich, wenn Sie viele Sehenswürdigkeiten besuchen möchten.
Ideal sind drei bis vier Tage, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Viertel von Marseille entspannt zu erkunden.
Dank der malerischen Strände und wilden Calanques außerhalb der Stadt lässt sich ein Städtetrip wunderbar mit einem Badeurlaub verbinden. Ein Highlight unter den Sehenswürdigkeiten rund um Marseille ist der Nationalpark Calanques mit seinen naturbelassenen Buchten, Steilküsten und türkisblauem Wasser.
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