Kölner Kneipen: 9+1 Ausgehtipps für Köln-Entdecker

Von Oldschool-Charme bis Hipster-Flair: Wer einen Abend lang durch die urigen und hippen Kölner Kneipen tingelt, kommt der Kölscher Lebensart schnell auf die Spur.

Wenn Sie zum ersten Mal nach Köln reisen und die Stadt am Rhein so richtig kennenlernen möchten, sollten Sie sich auch in ihrem Nachtleben zurechtfinden. Denn nirgendwo sonst kommen Sie dem rheinischen Lebensgefühl so nahe wie in den Kölner Kneipen. Doch die Auswahl ist riesig. Immerhin gilt Köln als die Großstadt mit der höchsten Kneipendichte Deutschlands. Alt oder modern, urig oder hipp, Kult oder Geheimtipp? Sie haben die Qual der Wahl. Damit Ihnen die Entscheidung leichter fällt, nehmen wir Sie mit auf einen Streifzug durch die vielseitige Kölner Kneipenszene und stellen Ihnen einige der erlebenswertesten Kneipen der Domstadt vor.

Unser Tipp: Wählen Sie am besten ein zentral und günstig gelegenes Hotel, etwa in der Altstadt, in der Südstadt oder im Belgischen Viertel. So haben Sie es nach einem gemütlichen Feierabenddrink (im Maßen genossen) nie weit bis zurück in Ihre Unterkunft, denn viele der aufregendsten Kneipen Kölns sind in der Innenstadt zuhause.

01. Kölner Kneipenfeeling in der Altstadt: Gaffel am Dom

Im Schatten des Kölner Doms versprüht dieses Brauhaus den Charme einer traditionellen Kölsch-Kneipe – und ist damit wohlverdient eine der Kölner Kneipen, die Sie unbedingt besuchen sollten. Immerhin gehört das Kölsch zu Köln wie der Dom, der Rhein und der Karneval. Machen Sie also den Geschmackstest und lassen Sie sich im Gaffel am Dom in der Altstadt ein frisch gezapftes Kölsch vom Fass schmecken.


Brauhäuser sind echte Schmelztiegel: Hier sitzt der Büroangestellte neben dem Bauarbeiter, die Touristin neben der Einheimischen und Jung neben Alt. Im Gaffel erwartet Sie die gewohnte rheinische Gemütlichkeit. Zu einem Gaffel Kölsch oder einer spritzigen Fassbrause gibt es regionale Klassiker wie „Himmel un Ääd“ (Kartoffelpüree mit Apfelstücken, das in Köln oft mit Blutwurst serviert wird) oder „Halve Hahn“ (ein knuspriges halbes Roggenbrötchen mit Gouda, sauren Gurken und scharfem Senf). Lassen Sie sich von Kölner Bands und Comedians aus der Region unterhalten und wundern Sie sich nicht, wenn sich Fremde am Ende eines gelungenen Abends schunkelnd oder lachend in den Armen liegen.


Bahnhofsvorplatz 1; täglich geöffnet ab 10:00 Uhr bis mindestens um Mitternacht

 

Stellen Sie sich darauf ein, dass der Köbes (wie der Kellner in rheinischen Brauhäusern genannt wird) einige kernige Sprüche für Sie bereithält. Aber das gehört zu einem Brauhaus-Besuch in Köln dazu. Ab der zweiten Runde bringt der Köbes automatisch das nächste Kölsch. Kündigen Sie also frühzeitig an, wenn Sie genug haben oder zahlen möchten.

Idealer Ausgangspunkt für Ihre Entdeckungstour durch die Kölner Kneipenlandschaft ist das 4-Sterne-Hotel Mercure Hotel Severinshof Köln City. Von hier erreichen Sie nicht nur die bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Köln zu Fuß, sondern auch entspannt die Kneipen in der Altstadt und der Südstadt.

©Privatbrauerei Gaffel

02. Die typischste aller Kölner Kneipen: Lommerzheim

Absoluten Kultstatus hat das Lommerzheim in Deutz, auf der anderen Seite des Rheins – der „Schäl Sick“ (falsche Seite), direkt gegenüber der Altstadt. Von den Einheimischen liebevoll „Lommi“ genannt, gilt diese Kneipe als die typischste Kölschkneipe der Stadt. Kein Wunder, dass sich im urigen Gewölbekeller und Innenhof die ganze Stadt versammelt. Wenn Sie hier einkehren, serviert Ihnen der Köbes Päffgen vom Fass und dazu Kotelett mit Schmorzwiebeln. Das „Lommi“ ist seit vielen Jahren eine wahre Institution der Kölner Kneipenkultur. Nicht umsonst besingen die Kölner die Kultkneipe auch in einem eigenen Lied.


Siegesstraße 18; geöffnet Mi–Mo 11:00–14:30 Uhr und ab 16:30 Uhr bis mindestens 23:00 Uhr

„Sulang beim Lommi die Leechter noch brenne...“ (Solange beim Lommi die Lichter noch brennen...)


– die Kölner Band Miljö

03. Jazz am Rhein: Papa Joe’s Jazzlokal „Em Streckstrump“

Eine wahre Perle unter den Kneipen in der Kölner Altstadt ist Papa Joe’s Jazzlokal „Em Streckstrump“. Fernab vom Touristentrubel auf den Altstadtgassen geben sich hier im schummrigen Dämmerlicht jeden Abend wechselnde Jazzbands ein Stelldichein. Unter einem Himmel aus Saxofonen, Trompeten und beweglichen Puppen lauschen Sie vornehmlich traditionellem Jazz, Swing, Blues und Soul. Dazu schenken die aufmerksamen Barkeeper selbst gebrautes Papa Joe’s Bier und Weine aus. Auf Wunsch zaubert die voll automatische Cocktail-Maschine (!) köstliche Cocktails, auch alkoholfreie. Das Publikum ist bunt gemischt – von Jazz-Kennern bis hin zu überraschten Touristen –, und an den gemütlichen Holztischen rücken die Gäste zusammen, um sich gemeinsam der Musik hinzugeben.


Buttermarkt 37; geöffnet täglich 19:00–2:00 Uhr, Eintritt frei

Jazz von Vinyl: Das Metronom, Kölns älteste Jazzkneipe nahe dem Barbarossaplatz, ist legendär und hat dennoch Geheimtipp-Charakter. Gedämpftes Licht, Regale voller Schallplatten mit musikalischen Raritäten und ein Hauch von Nouvelle Vague lassen Sie in der Zeit zurückreisen. Mischen Sie sich unter das kunterbunte Publikum und genießen Sie die lockere Atmosphäre.


Weyerstraße 59; geöffnet Di–So ab 20:00 Uhr

04. Entspannte Kölsch-Kneipe in der Südstadt: Em Schnörres

Zu den Szenelieblingen südlich der Kölner Altstadt gehört zweifellos das Em Schnörres. In dieser entspannten Kölsch-Kneipe mit unverputzten Wänden und dunklen Holzmöbeln genießen Sie ein wenig urban-hippen Charme. Über die Theke wandert, wie soll es anders sein, frisch gezapftes Kölsch. Sie können aber auch leckere Cocktails und Longdrinks bestellen. Es gibt Stimmen, die behaupten, dass der Espresso Martini hier göttlich sei. Wenn Sie keinen Alkohol trinken möchten, mixt Ihnen das nette Barteam auch gerne alkoholfreie Versionen. In der stylischen Eckkneipe können Sie nicht nur unaufgeregt trinken und plauschen, sondern an manchen Tagen auch Lesungen, Live-Konzerten und Comedy lauschen. An den Wochenenden legen regelmäßig bekannte DJs aus der Region auf, sodass hier die Nacht zum Tag wird.


Dreikönigenstraße 2; geöffnet Mo–Sa ab 18:00 Uhr bis mindestens 1:00 Uhr, am Wochenende bis 3:30 Uhr

Hoteltipp: Damit der Weg zurück ins Hotel nach einem entspannten Abend in den Kneipen der Kölner Südstadt nicht so weit ist, übernachten Sie doch im 4-Sterne-Hotel Novotel Köln City direkt am Rheinhafen. Starten Sie mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet in den Tag und stärken Sie sich für die nächste Sightseeing-Tour.

©Em Schnörres

05. Kultig bis unters Dach: Lotta Bar

Wenn Sie die Lotta Bar mit ihren roten Wänden, dem roten Stern und der langgezogenen Theke am Kartäuserwall betreten, spüren Sie sofort: Hier schlägt das alternative Herz der Kölner Kneipenkultur. An normalen Tagen dröhnen Indiemusik und Punkrock aus den Boxen – zumindest, wenn kein Spiel des 1. FC Köln oder des FC St. Pauli über die Leinwand flimmert und die Gäste mit einem frisch gezapften Bier in der Hand mit ihrem Lieblingsverein mitfiebern. Oder Sie übernehmen selbst die Spielführung am Kickertisch.


Seit gut 30 Jahren pflegt die urig-hippe Nachbarschaftskneipe am Chlodwigplatz ihre alternative Attitüde, die sie jedoch einmal im Jahr, während der fünften Jahreszeit, gegen ein eigenes Karnevalsmotto eintauscht. Mit aufwendiger Dekoration und kölschem Liedgut verwandelt sich die Kölner Kneipe in der Südstadt dann in einen richtigen Pilgerort für die Jecken. Wenn Sie also an den Rhein reisen, um sich die Kölner Karnevalszüge anzusehen, lohnt sich ein Zwischenstopp hier.


Kartäuserwall 12; geöffnet April bis Oktober ab 18:00 Uhr; Oktober bis April ab 19:00 Uhr

Ein Geheimtipp gleich nebenan! Der wunderschöne Biergarten des Kneipenkollektivs. Ebenso unkonventionell und gemütlich wie die Lotta Bar selbst, finden Sie hier die perfekte Atmosphäre, um bei einem Kölsch einen lauen Sommerabend zu genießen.

06. Fußball, Tatort und Livemusik im Belgischen Viertel: Kölschbar

Im Belgischen Viertel kommen Sie bei einem Kölner Kneipenabend ganz auf Ihre Kosten, denn das „Veedel“ (Viertel) ist als szenige Ausgehmeile und Kneipen-Epizentrum bekannt. Tagsüber lockt es mit Jugendstilhäusern, kleinen Designerboutiquen, Galerien und Cafés. Am Abend haben die Bars und Kneipen des Viertels ihren großen Auftritt. Von der Cocktail-Bar über die Fußballkneipe bis hin zu einer ehemaligen Metzgerei oder einer Wohngemeinschaft gibt es davon rund um den Brüsseler Platz und die Flaniermeile Aachener Straße wirklich viele. Ein Tipp für Unentschlossene, die eine typische Kölner Kneipe besuchen möchten, ist die Kölschbar. Wie bei vielen traditionellen Kölner Kneipen üblich, können Sie hier bei einem frisch gezapften Kölsch die Einheimischen beobachten, wie sie ihren Lieblingsfußballverein auf der Leinwand mitverfolgen oder sich auf die Kölner Nacht einstimmen. Wenn Sie am Sonntagabend noch in der Stadt sind, schauen Sie doch in der Kölschbar zum gemeinsamen „Tatort“ vorbei.


Lindenstraße 56; geöffnet Mo–Fr ab 18:00 Uhr, Sa–So ab 15:00 Uhr (Sonntag nur bis 20:00 Uhr, ansonsten mindestens bis 1:00 Uhr)

07. 60er-Jahre-Charme und elektronische Beats am Brüsseler Platz: Hallmackenreuther

Ein weiterer Klassiker unter den Kölner Kneipen ist das Hallmackenreuther, das seinen Namen von einer Figur in einem Loriot-Sketch erhielt. Wenn Sie die Türschwelle übertreten, begeben Sie sich auf eine Zeitreise, denn hinter der riesigen Fensterfront hat der Besitzer viele außergewöhnliche Originalteile aus den 60ern zusammengetragen – von den bunten Kugellampen bis hin zu den Eames-Schalenstühlen. Musikalisch ist das Hallmackenreuther aber ganz und gar nicht in der Vergangenheit stehen geblieben: Genießen Sie elektronische Beats angesagter DJs – entweder an der Theke oder ein Stockwerk tiefer in der Lounge. Wenn Sie tagsüber durch das Belgische Viertel streifen, ist das Hallmackenreuther auch eine wunderbare Anlaufstelle, um bei hausgemachtem Kuchen und Kaffee für einen Moment in vergangene Zeiten einzutauchen oder auf der Außenterrasse die Flanierenden zu beobachten.


Brüsseler Platz 9; geöffnet So–Do 10:00–23:30 Uhr, Fr–Sa 10:00–1:30 Uhr

08. Riesenschnitzel und Kultcharakter im Kwartier Latäng: Bei Oma Kleinmann im Studentenviertel

In Köln kennt die Kultkneipe „Bei Oma Kleinmann“ eigentlich fast jeder. Ihren Namen verdankt sie der legendären Wirtin Paula Kleinmann, die bis ins hohe Alter in der Küche gestanden haben soll. Mit ihrer urgemütlichen Atmosphäre wirkt die alteingesessene Eckkneipe inmitten der vielen hippen Bars und Pubs des Studentenviertels Kwartier Latäng rund um die Zülpicher Straße wie aus der Zeit gefallen. Berühmt ist diese Kölner Kneipe für ihre riesigen Schnitzel, die seit Jahrzehnten auf ein- und derselben Schnitzelkarte präsentiert werden. Das Fleisch stammt aus artgerechter Haltung, und es gibt selbstverständlich auch vegane Varianten. Dazu schmeckt am besten ein frisches Kölsch. Eine rechtzeitige Reservierung ist empfehlenswert, wenn Sie in diesem Kölner Original Ihren Kneipenabend in der Rheinstadt beginnen möchten.


Zülpicher Straße 9; geöffnet Mo–Do 17:00–23:00 Uhr, Fr–Sa 17:00–0:00 Uhr

©Bei Oma Kleinmann /comdiggi

Gut zu wissen: Wer Schnitzel nicht so mag, wird garantiert fündig auf der wöchentlich wechselnden saisonalen Karte. Am Aschermittwoch etwa lädt Oma Kleinmann wie viele Kneipen in Köln zum traditionellen Fischessen ein.

09. Retro-Games und Gaffel-Kölsch im Keller: ZwoEinz

Im studentischen Ausgehviertel, nur wenige Schritte vom Barbarossaplatz entfernt, liegt in der kleinen Hochstadenstraße die schummrige Kölner Kneipe ZwoEinz. Eine kleine Treppe führt ins Souterrain. Ein Besuch hier ist wie ein Abtauchen in längst vergangene Tage, vor allem donnerstags, wenn die Betreiber, die auch die bekannte Musik-Kneipe Stereo Wonderland führen, die Nintendo-Konsole ausgraben und zu einem Super-Mario-Kart-Rennen einladen. Viele Stammgäste kommen aber auch wegen der persönlichen Atmosphäre und der kleinen Tanzfläche, die mit Indierock, Pop, Punk oder 80er-Hits die Gäste anlockt.


Den schönsten Platz in dieser gemütlichen Kneipe finden Sie direkt an der Theke, von wo aus Ihr Blick auf das prall gefüllte Spirituosenregal fällt. Wenn Sie den Abend authentisch angehen möchten, bestellen Sie ein Gaffel-Kölsch von der gleichnamigen Kölner Familienbrauerei oder einen regionalen Wein. Sie können auch Ihr Schicksal in die Hände des herzlichen und gut gelaunten Barteams legen, das seine Besucher immer wieder mit auf den Leib geschneiderten Cocktail-Kreationen überrascht.


Hochstadenstraße 21; geöffnet Mi–Do 19:00–1:00 Uhr, Fr–Sa 20:00–3:00 Uhr

©Sandra Tilmans

Häufige Fragen zu Kölner Kneipen

Was ist besonders an Kneipen in Köln?

Kellner in Brauhäusern werden in Köln als „Köbes“ bezeichnet. Der Köbes (in weiblicher Form auch „Köbine“) bringt Gästen automatisch ein weiteres Bier, sobald das aktuelle Glas ausgetrunken ist.

Was tun, wenn ich in Kölner Kneipen kein weiteres Bier will?

Legen Sie einfach Ihren Bierdeckel auf das leere Glas, dann bringt der Köbes kein weiteres Getränk.

Was sind Kölns Ausgehviertel?

Zahlreiche Kneipen, Pubs und Bars findet man in Köln sowohl in der Altstadt als auch im hippen Belgischen Viertel, im partyfreudigen Friesenviertel sowohl im Studentenquartier rund um die Zülpicher Straße.

Reiseideen

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