Edinburgh
Der schottische Dichter Hugh MacDiarmid nannte Edinburgh einst "den Traum eines verrückten Gottes", und diese Beschreibung ist immer noch zutreffend. Die Stadt erhebt sich mit theatralischer Zuversicht, ihr Schloss thront auf einem alten Vulkanfelsen über Straßen, die steile Bergrücken hinunterfließen, bevor sie sich in eleganten georgianischen Terrassen wieder sammeln. Von oben wirkt die Stadt dramatisch, auf Straßenebene ist sie intim, mit ihren gepflasterten Gassen, die sich durch die Altstadt schlängeln, und den engen Gassen, die zum fernen Meer hin abfallen.
Edinburgh ist eine Hauptstadt, die ebenso von Ideen wie von Steinen geprägt ist. Die 1583 gegründete Universität von Edinburgh trug dazu bei, die Stadt als intellektuelle Kraft zu etablieren, und die schottische Aufklärung brachte ihr den Spitznamen "Athen des Nordens" ein - ein Erbe, das heute neben den Festivalbühnen des August, den unabhängigen Buchhandlungen und den Cafés, in denen ein gewisser Zaubererjunge zum ersten Mal erdacht wurde, einen festen Platz hat.
Edinburgh kann streng, windgepeitscht und sogar grüblerisch wirken. Doch hinter der gotischen Skyline verbirgt sich eine Stadt, in der es sich lohnt, langsam zu wandern - ein Ort, an dem Geschichte, Literatur und Alltag eng miteinander verwoben sind.