Botanischer Garten Paris: Wohlfühlinseln mitten in der Stadt

Es gibt nur wenige Orte in Paris, an denen man dem Trubel der französischen Hauptstadt wirklich entkommen kann: Der botanische Garten Jardin des Plantes ist einer davon.

Paris ist eine der meistbesuchten Städte der Welt. Doch zwischen den bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, dem Louvre oder Montmartre verstecken sich grüne Oasen wie die botanischen Gärten. Als bekanntester botanischer Garten von Paris bietet der Jardin des Plantes im Herzen der Stadt nicht nur viel Erholung abseits des Großstadttrubels. Hier spazieren Sie auch an einem einzigen Tag durch Dschungel, Wüste und Blumenmeere, ohne dafür weit reisen zu müssen. Doch damit nicht genug. Auch im Westen und Osten der Stadt laden Sie Gärten ein, abzuschalten, durch ferne Welten zu bummeln und botanische Raritäten zu entdecken.


Bestaunen Sie mit uns die Größe und Pracht des Jardin des Plantes, spazieren Sie durch den botanischen Blumengarten im Osten von Paris und lassen Sie sich von den Besonderheiten dieser und weiterer Wohlfühlinseln überraschen.

Botanischer Garten Paris: Streifzug durch den Jardin des Plantes

Mitten in Paris erstreckt sich auf einer Fläche von 23,5 Hektar ein botanischer Garten, den nicht alle Städtereisenden auf der Suche nach ein wenig Ruhe sofort ansteuern. Dabei zeigt der Jardin des Plantes im 5. Arrondissement zwischen der Seine und der Pariser Moschee besonders gut, wie wohltuend eine große Metropole fernab der vielbesuchten Sehenswürdigkeiten sein kann. Was den Jardin des Plantes von Paris jedoch von anderen Parks der französischen Hauptstadt unterscheidet, ist die Tatsache, dass Sie hier noch viel mehr als nur Frischluft zum Erholen finden.

Ein Blick zurück

Schon 1635 wurde der Jardin des Plantes als königlicher Heilkräutergarten von den Leibärzten Ludwigs XIII. angelegt, um hier Pflanzen aus aller Welt zu sammeln, zu erforschen und zu kultivieren, auch zu medizinischen Zwecken. Doch vor allem unter dem französischen Naturforscher Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon, nahm der Garten dann im 18. Jahrhundert deutlich an Gestalt an: Er ließ das Gelände erweitern, neue Sammlungen anlegen und machte den ehemaligen „Jardin du Roi“ zu einem bedeutenden Zentrum naturwissenschaftlicher Forschung und Lehre.


1793 entstand hier auch das Nationale Naturkundemuseum (Muséum national d’histoire naturelle), das bis heute eng mit dem Jardin des Plantes verbunden ist und sich prima mit einem Besuch im botanischen Garten verbinden lässt. Französische Naturforscher reisten in ferne Regionen, sammelten Pflanzen, Fossilien und Mineralien und brachten zahlreiche bis dahin in Europa unbekannte Arten nach Paris. Viele dieser Objekte bildeten den Grundstock der wissenschaftlichen Sammlungen, die Sie heute in den prachtvollen Galerien des Museums wie der Grande Galerie de l’Évolution bestaunen.


Wissenswert:

  • Öffnungszeiten: 10:00–18:00 Uhr (dienstags geschlossen)
  • Eintritt in die Galerien 10 bis 13 € (bis 25 Jahre kostenlos)

3 Highlights im Jardin des Plantes

Wenn Sie im ibis Paris Gare de Lyon Ledru Rollin oder SO/ Paris Hotel übernachten und die Seine über die Pont d’Austerlitz überqueren, erblicken Sie recht bald das schmiedeeiserne Eingangstor mit seinen goldenen Spitzen, die an kleine Speere erinnern. Betreten Sie hier den Jardin des Plantes, breiten sich vor Ihnen zwischen zwei Baumalleen die Carrés de la Perspective wie ein grün-bunter Teppich aus. Vor allem vom Frühling bis in den Spätherbst hinein stehen die rechteckig angeordneten Beete in voller Blüte. Der Blick von hier in den botanischen Garten ist erhaben.


Lassen Sie sich am besten auf dem weitläufigen Gelände einfach treiben. Lustwandeln Sie durch die hübsch angelegten, dichten Baumalleen oder verlieren Sie sich mit Ihrer Familie im Heckenlabyrinth. Machen Sie es sich auf einer schattigen Bank unter hochgewachsenen Bäumen gemütlich und drehen Sie eine Runde auf dem Karussell der ausgestorbenen Tiere (Dodo Manège). Oder tun Sie es den genussverliebten Parisern gleich und versorgen Sie sich in den Feinkostläden der nahgelegenen Rue Mouffetard mit französischen Leckereien, um ein Picknick im Grünen zu machen.

Paris im Winter mit Kindern: Wie vielseitig ein botanischer Garten mitten in Paris sein kann, zeigt auch das alljährlich im Winter stattfindende Festival der Lichter „En Voie d‘Illumination“. Das Thema des Nachtrundgangs wechselt zwar jedes Jahr, märchenhaft und magisch bleibt er aber immer.

Wenn Sie Ihre Entdeckungen im Jardin nicht allein dem Zufall überlassen möchten, sind hier drei Empfehlungen, die Sie bei einem Besuch im bekanntesten botanischen Garten von Paris nicht verpassen sollten.

1. Grandes Serres: Tropenparadies

Schon Henri Rousseau ließ sich von den Grandes Serres inspirieren. Sie müssen kein leidenschaftlicher Gärtner sein, um sich hier in ferne Welten zu träumen. In dem gusseisernen Komplex aus vier Gewächshäusern reisen Sie vom tropischen Regenwald durch die Wüsten Amerikas bis in den Südpazifik. Unterwegs entdecken Sie Tausende Pflanzenarten, von denen einige so selten sind, dass sie kaum noch in freier Wildbahn zu finden sind.


Öffnungszeiten: 10:00–18:00 Uhr (dienstags geschlossen); Eintritt 7 bis 9 €

2. Ménagerie: Stadtwildnis

Einer der ältesten Zoos der Welt, die Ménagerie im Jardin des Plantes, ist eher zufällig entstanden, als während der Französischen Revolution die Tiere der königlichen Menagerie des Schlosses von Versailles zu Forschungszwecken an die Verwaltung des Jardins übergeben wurden. Anstatt die Tiere (wie eigentlich vorgesehen) auszustopfen, gründete man einen zoologischen Garten, der sich bis heute dem Schutz der Artenvielfalt verschrieben hat. Zwischen hübsch verzierten, denkmalgeschützten Gebäuden gibt es gut 150 Arten zu sehen, darunter Schneeleoparden, Schabrackentapire, leuchtende Flamingos und rote Pandas. Letztere sind nachtaktiv und daher am ehesten zu sehen, wenn Sie den Zoo gleich morgens besuchen.


Öffnungszeiten: täglich 10:00–18:00 Uhr; Eintritt 10 bis 13 €

3. Alpengarten: Idylle pur

Er ist nicht leicht zu entdecken zwischen Grandes Serres und Ménagerie, dafür ist er aber umso magischer: der Jardin Alpin im Herzen dieses botanischen Gartens von Paris. Im Alpengarten stoßen Sie nicht nur auf botanische Raritäten wie das Edelweiß, sondern auch auf idyllische Ruhe.

Praktische Informationen

Metro:Gare de l’Austerlitz
Öffnungszeiten:Sommer 7:30–20:00 Uhr; Winter 8:00–17:30 Uhr
Haupteingang:Quai Saint-Bernard
Eintritt:

Der Eintritt in den Park ist kostenlos; Tickets für die Einrichtungen erhalten Sie über die offizielle Website des botanischen Gartens.

Zeitbedarf:

mind. 2 Stunden; mit Ménagerie, Grandes Serres und Naturkundemuseum leicht einen Tag

Von Ost nach West: 3 Alternativen zum Jardin des Plantes

Der Jardin des Plantes mag als bekanntester botanischer Garten im Herzen von Paris besonders viele Besucher anziehen. Doch die französische Hauptstadt hat noch weitere botanische Gärten zu bieten, die einen Besuch lohnen, und zwar in ihren Stadtwäldern im Osten und Westen der Stadt.

Parc Floral de Paris: Blumen, so weit Sie blicken

Wenn Sie Blumen und japanische Gärten lieben, ist der rund 35 Hektar große Parc Floral de Paris im riesigen Stadtwald Bois de Vincennes im Pariser Osten eine wahre Fundgrube für Sie: Pelargonien, Azaleen, Rhododendren, die vor allem im Frühling den Park in ein leuchtendes Farbenmeer tauchen. Als botanischer Blumengarten 1969 für die Gartenschau „Floralies internationales“ angelegt, führt der Parc Floral Sie auf verschlungenen Wegen über kleine Brücken und durch außergewöhnliche Gartenlandschaften wie einen Zen-, einen Bonsai- und einen Bambusgarten.

Keineswegs verpassen: Im Sommer verwandelt sich der Parc Floral in eine Bühne. In malerischer Kulisse können Sie dann im Rahmen des Paris Jazz Festival Konzerten kostenlos (bis auf den Parkeintritt) lauschen.

Wissenswert:

  • Metro: Château de Vincennes
  • Öffnungszeiten variieren je nach Saison
  • Eintritt: Winter kostenlos, Sommer 2,80 € (ermäßigt 1,60 €)
  • barrierefrei zugänglich

Jardin des Serres d’Auteuil: Dschungelgefühle im Tropenhaus

Auf der anderen Seite der Stadt, im weitläufigen Bois de Boulogne tauchen Sie zwischen schattigen Hainen, kleinen Seen und plätschernden Wasserfällen in (sub-)tropisches Klima ab. Betreten Sie den Jardin des Serres d’Auteuil (Garten der Gewächshäuser von Auteuil), ein im 19. Jahrhundert elegant angelegter botanischer Garten im Westen von Paris, durch das mondän verzierte Eingangstor, können Sie das gusseiserne Gewächshaus mit seiner riesigen Kuppel nicht verfehlen. Im Palmarium bestaunen Sie Riesenpalmen, Bananenstauden und andere für Europa exotische Pflanzen. Ein Spaziergang führt Sie auch in die Sahelzone und das französische Überseegebiet Neukaledonien. Doch bedenken Sie: Die Luftfeuchtigkeit liegt bei über 70 %, wie im echten Regenwald.


Wissenswert:

  • Metro: Porte d’Auteuil
  • Öffnungszeiten: Mo–Fr 8:00 – 20:00 Uhr, Sa–So 9:00–20:00 Uhr
  • Eintritt: frei

Parc de Bagatelle: Magisch schön für Romantiker

Wenn Sie sich die Zeit in der Stadt der Liebe mit einem romantischen Spaziergang vertreiben möchten und den funkelnden Eiffelturm schon gesehen haben, schlendern Sie gemütlich zu zweit durch den Parc de Bagatelle im Bois de Boulogne. Viele Hauptstädter bezeichnen den Park gern als zauberhaftesten botanischen Garten von Paris – zumindest im Frühling, wenn beim Anblick der leuchtenden Blütenpracht schnell Hochgefühle aufkommen. Rund 2.800 Pflanzenarten ziehen an Ihnen vorbei, wenn Sie durch die thematischen Gärten wie den Iris- oder den Gemüsegarten flanieren.


Berühmt ist er vor allem für seinen Rosengarten mit 1.200 Sorten, dessen leuchtende Blüten in den Sommermonaten schon von Weitem um Ihre Gunst buhlen. Als romantisches Versteck taucht er vermutlich nicht. Dafür aber bietet er Ihnen ein wunderschönes Motiv für ein gemeinsames Erinnerungsfoto.

Wetten, dass …? Dank einer einfachen Wette zwischen Königin Marie-Antoinette und ihrem Schwager, dem Graf von Artois, stampfte man den Park samt Schloss 1777 in nur 63 Tagen aus dem Boden.

Wissenswert:

  • Metro: Pont de Neuilly
  • Öffnungszeiten variieren je nach Saison
  • Eintritt: Winter kostenlos, Sommer 2,80 € (1,60 € ermäßigt)

Über die Stadt verteilt verzaubern die botanischen Gärten von Paris Besucher mit ihrer üppigen Blütenpracht und beweisen: Für einen Spaziergang durch die Wüste, den Dschungel oder die Alpen kann man auch nach Paris reisen.

Häufig gestellte Fragen

Welcher botanische Garten in Paris ist der wichtigste?

Für viele ist der Jardin des Plantes der wichtigste botanische Garten der Stadt, da er sich ganz und gar der Wissenschaft und dem Artenschutz verschrieben hat.

Ist der botanische Garten von Paris kostenlos?

Der Besuch im Jardin des Plantes ist kostenlos. Für den Zoo, die Gewächshäuser und das angrenzende Museum müssen Sie Eintritt bezahlen.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch im Jardin des Plantes?

Als botanischer Garten in Paris ist der Jardin des Plantes vor allem in den Frühlings- und Sommermonaten ein Erlebnis für Augen und Nase. Aber auch im Herbst und Winter finden Sie vor allem in den Grandes Serres viel Ruhe und Erholung.

Reiseideen

Entdecken Sie die schönsten Destinationen und reisen Sie ohne Kompromisse – den Trends immer einen Schritt voraus. Von den entlegensten Ecken der Welt bis hin zu Ausflugszielen ganz in Ihrer Nähe: Lassen Sie sich von unserer Auswahl an Hotels, Reiseführern und praktischen Tipps zu Ihrem nächsten Abenteuer inspirieren.