7 Geheimtipps in Deutschland: Lassen Sie sich im Urlaub überraschen

Von der Ostseeküste über das Mittelgebirge aufs Land und in die Berge – an diesen Orten abseits beliebter Reiserouten werden Sie noch überrascht.

Manche Orte sind wie gemacht, um im Urlaub in Deutschland einfach abzuschalten. Statt sie mit großen Menschentrauben teilen zu müssen, können Sie dort in aller Ruhe durch historische Gassen schlendern, die Natur erkunden oder ungewöhnliche Landschaften entdecken. Gar nicht selten liegen diese Kleinode nur wenige Kilometer von bekannten Urlaubsorten entfernt – und werden dennoch übersehen. Von verwunschenen Küstenwäldern über rot leuchtende Felsformationen bis hin zu abgeschiedenen Bergseen und jahrhundertealten Dörfern: Lassen Sie sich von diesen Geheimtipps in Deutschland für Ihren nächsten Urlaub inspirieren!

1. Florenz- und Mittelalter-Feeling: Erfurter Altstadt

Auch wenn die Stadt Erfurt keine Unbekannte ist, ist sie ein unterschätztes Reiseziel. Denn die Thüringer Landeshauptstadt überrascht viele Besucher mit einem der größten und besterhaltenen historischen Altstadtkerne in ganz Deutschland: Zwischen Domplatz und Anger erstreckt sich ein Labyrinth mittelalterlicher Gassen, die von liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und prächtigen Bürgerhäusern gesäumt sind und an hübschen Plätzen vorbeiführen. Bei schönem Wetter stehen die Türen der kleinen Geschäfte offen und Cafés und Restaurants rücken ihre Tische auf die kopfsteingepflasterten Gassen. Zwischendrin spazieren Sie über kleine Brücken, die Sie an mehrere Stellen der Altstadt über einen der vielen Wasserläufe geleiten.

Übernachten mitten in der Altstadt: Vom Mercure Hotel Erfurt Altstadt erreichen Sie die Krämerbrücke, den Domplatz und viele weitere Sehenswürdigkeiten der Altstadt bequem zu Fuß. Wunderbar, um am Abend noch einmal zur beleuchteten Krämerbrücke zu spazieren.

Ein besonderes Brückenhighlight ist die Krämerbrücke, Erfurts Ponte Vecchio, die wie ein eigenes gemütliches Stadtviertel auf 120 Metern die beiden Flussarme der Gera überspannt. Die Krämerbrücke gilt als die längste, durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Ein Großteil der Häuser gehört der Stadt, und es gibt strenge Regeln, wer hier einziehen darf. Wenn Sie über die Krämerbrücke schlendern, können Sie rechts und links durch die Fenster der kleinen Läden lugen: Galerien, Töpferwerkstätten, Ateliers.

Eis und Schokolade: Besuchen Sie auf der Krämerbrücke unbedingt den Brückenladen der Goldhelm Schokoladen Manufaktur und probieren Sie die Eissorten „Herr Nougat und Frau Sauerkirsch“ und „Safrancisko“. Die handgemachten Schokoladentafeln sind das perfekte Mitbringsel.

Anreise:

Mit der Bahn bis Erfurt Hauptbahnhof (dann zu Fuß oder Straßenbahn) oder mit dem Auto über die A4 oder die A71

Beste Reisezeit:

Frühling bis Herbst sowie in der Adventszeit (ideal 2-3 Tage)

Ideal für:

Paare/Geschichtsfans/Familien

Unbedingt auch sehen:

Augustinerkloster, Dom und das Puppentheater Waidspeicher (mit Stücken auch für Erwachsene) – alles in der Altstadt

Hinweis:

Für die kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt am besten bequeme Schuhe einpacken.

2. Geheimnisvoll schön: Gespensterwald Nienhagen

Direkt an der Ostseeküste bei Nienhagen in der Nähe von Rostock liegt ein wahres Naturjuwel, das seinem geheimnisvollen Namen alle Ehre macht: der Gespensterwald, einer der mystischsten Geheimtipps in Deutschland. Wind und salzige Meeresluft haben die Kronen der Buchen, Eichen und Eschen über Jahrzehnte hinweg merkwürdig verdreht und verformt. Vor allem in der Morgendämmerung, wenn Nebelschwaden über dem moosbedeckten Waldboden schweben und die ersten Sonnenstrahlen zwischen den knorrigen, über hundert Jahre alten Bäumen Schatten malen, wirkt der Küstenwald wie verwunschen. Rauscht dann noch der Wind durch die Äste, scheint es fast so, als würden gleich Geister und Fabelwesen auf dem Moos herumtanzen.

Fototipp: Im Frühling verwandeln blühende Buschwindröschen den Waldboden in ein traumhaft weißes Blütenmeer.

Treten Sie aus dem Wald heraus, genießen Sie einen Weitblick über die Ostsee, den Sandstrand und die Steilküste. Halten Sie einen Moment inne und genießen Sie die frische Wald- und Meeresluft beim Blick in die Ferne.

Anreise:

Auto oder Bahn bis Rostock/Warnemünde, anschließend Bus oder Fahrrad

Beste Reisezeit:

Frühling bis Herbst

Ideal für:

Familienspaziergänge/Küstenwanderungen/Naturfotografie

Gut kombinierbar mit:

Wochenendtrip nach Rostock, Warnemünde, Kühlungsborn

Hinweis:

Bleiben Sie auf den vorgegebenen Wegen, um den Baumbestand zu schützen.

3. Schrecksee: Die Alpseeidylle unter den Geheimtipps Deutschland

Zwar ist der Schrecksee im Oberallgäu gar nicht so unbekannt wie andere Geheimtipps in Deutschland, doch dank seiner versteckten Lage in einem Talkkessel auf gut 1.800 Metern Höhe ist er weit weniger überlaufen als viele andere Bergseen. Eingerahmt von imposanten Zweitausender-Gipfeln schimmert der Schrecksee je nach Lichteinfall in kräftigen Türkis- und Blautönen.


Vor allem die Aussicht auf einen Sprung in den eiskalten Alpsee (durchschnittlich 14 Grad Wassertemperatur im Sommer) und ein wenig Einsamkeit lockt Wanderer auf diese Höhe. Der Weg dorthin verlangt allerdings Kondition und Trittsicherheit und Sie sollten die Tour gut planen. Sie wandern über schmale Serpentinen, durch schattige Wälder und steinige Bergpfade hinauf, bis sich der Wald etwas lichtet und Ihnen den Blick auf den majestätischen Bergsee mit der kleinen Insel in seiner Mitte freigibt. Spätestens dann zücken die meisten die Kamera, um diesen Anblick für immer festzuhalten.

Anreise:

ab München rund zwei Autostunden bis Hinterstein bei Bad Hindelang

Beste Reisezeit:

Sommer bis Frühherbst (je nach Wetterlage)

Ideal für:

Aktivurlauber/Sportliebhaber

Dauer:

Ca. 7–9 Stunden (reine Gehzeit)

Hinweis:

Anspruchsvolle Bergtour; Wetter, Wegverhältnisse und Ausrüstung vorab prüfen

4. Grand-Canyon-Gefühle im Pfälzerwald: Altschlossfelsen

Nahe der deutsch-französischen Grenze wandern Sie durch Deutschlands größtes zusammenhängendes Waldgebiet: den Pfälzerwald mit seinen malerischen Flusstälern, Teichen, Wiesen, Sümpfen und Mooren. Mehr als 7.000 Kilometer markierte Wanderpfade führen kreuz und quer durch dichte Wälder, vorbei an Burgruinen, Weihern und Aussichtspunkten. Überraschend wenig bekannt – und deshalb auf der Liste der Geheimtipps in Deutschland – sind die Altschlossfelsen bei Eppenbrunn, die bei direkter Sonneneinstrahlung orangerot leuchten und ein wenig an die Felslandschaften des amerikanischen Südwestens erinnern.


Die imposante Felsformation aus rostrotem Buntsandstein erstreckt sich, vollständig von Mischwald umgeben, auf gut 1,5 Kilometern am Osthang des Brechenbergs. Rund 20 Meter hoch ragen sie in den Himmel. Wenn Sie sich den Altschlossfelsen auf dem Helmut-Kohl-Wanderweg nähern, sehen Sie zunächst vor allem Wald. Umso eindrucksvoller ist der Moment, in dem die glühenden Felswände unvermittelt zwischen den Bäumen auftauchen – und man selbst plötzlich ganz klein wirkt.

Unterwegs hungrig? Kehren Sie in einer der vielen Pfälzerwald-Hütten ein. Dort werden Sie herzlichst empfangen und mit typischen pfälzischen Gerichten wie Leberknödel und „Weißer Käs“ verwöhnt. Zu den kulinarischen Geheimtipps in Deutschland gehören auch die hausgemachten Blech- und Flammkuchen in den Hütten. Unbedingt probieren!

Anreise:

Mit dem Auto bis Eppenbrunn (Parkplatz Altschlossfelsen), anschließend auf dem Helmut-Kohl-Wanderweg ca. 30–35 Minuten zu Fuß (alternativ: Altschlosspfad)

Beste Reisezeit:

Frühling bis Herbst

Ideal für:

Wanderer/Fotografen/Naturliebhaber

Gut kombinierbar mit:

Wochenendtrip nach Karlsruhe

5. Mit dem Rad durchs Wendland: Die Rundlingsdörfer erkunden

Mitten im Wendland in Niedersachsen fühlen Sie sich wie in eine andere Zeit zurückversetzt. Auf einer Radtour abseits der Hauptverkehrswege entdecken Sie kleine Dörfer, die oft aus kaum mehr als einem Dutzend Häusern bestehen und deren Anordnung auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt. Alte Bauernhäuser, meist typisch norddeutsche Fachwerkhallenhäuser, gruppieren sich ringförmig um einen zentralen Dorfplatz – echte Rundlinge also. Drumherum erstrecken sich ruhige Landstraßen, kleine Waldstücke und idyllische Bauerngärten.


Warum das so ist, weiß man bis heute nicht genau, die Spuren führen aber zu den Slawen. Fest steht, dass die ältesten Siedlungen schon mehrere hundert Jahre stehen. Auf dem rund 23 Kilometer langen Radweg „Rundlings-Tour“ westlich der Fachwerkstadt Lüchow radeln Sie an mehreren dieser Dörfer vorbei, die sich in kleinen Hofwäldern verstecken und allesamt kuriose Namen tragen wie Meuchefitz oder Satemin.

Blick zurück: In der Zeit zurück reisen Sie im Rundlingsmuseum Wendland, das dem Geheimnis der Rundlinge auf die Spur geht – mit originalgetreu eingerichteten Bauernhäusern, Dorfschmiede und wendländischem Kunsthandwerk. Das historische Backhaus wird auch regelmäßig angefeuert und Sie kommen in den Genuss der wendländischen Gastfreundschaft.

Anreise:

Mit Auto/Bahn bis Lüchow, anschließend weiter mit dem Rad oder zu Fuß

Beste Reisezeit:

Frühling bis Herbst

Ideal für:

Radfahrer/Kulturinteressierte/Ruhesuchende

Gut kombinierbar mit:

Hitzacker oder Elbtalaue

6. Der lange Arm der Ostsee: Unterwegs an der Schlei

Wer die Ostsee einmal von einer anderen Seite kennenlernen möchte, sollte der Schlei-Region zwischen Kiel und Flensburg einen Besuch abstatten. Der rund 40 Kilometer lange Meeresarm schlängelt sich zwischen sanften Hügellandschaften, Fachwerk- und Reetdachhäusern, verträumten Buchten und kleinen Segelhäfen bis tief ins Landesinnere. Obwohl die Schlei oft als Deutschlands einziger Fjord bezeichnet wird, entstand sie geologisch als glaziale Rinne während der letzten Eiszeit. Heute mischen sich hier Salz- und Süßwasser und schaffen eine einzigartige Naturlandschaft.


Immer wieder laden kleine Fischerdörfer und Badestellen zu einer Pause ein, die sich am schönsten mit dem Fahrrad oder vom Wasser aus (mit dem Schlei-Raddampfer oder Segelboot) entdecken lassen. Ein lohnenswerter Zwischenstopp ist Arnis: Mit weniger als 300 Einwohnern gilt der idyllische Ort auf einer Halbinsel als kleinste Stadt Deutschlands. In kaum einer halben Stunde spazieren Sie durch die einzige Straße des Ortes, vorbei an historischen Kapitänshäusern, blühenden Vorgärten, kleinen Werften und der Schifferkirche. Einfach malerisch.

Anreise:

Ab Kiel eine Autostunde; mit der Bahn bis Schleswig oder Süderbrarup, anschließend mit Bus oder Fahrrad

Beste Reisezeit:

Mai bis September

Ideal für:

Radfahrer/Wassersportler/Familien/Paare

Gut kombinierbar mit:

Wochenendtrip nach Kiel oder Flensburg

7. Das Land der offenen Fernen: Naturpark Rhön

Einer der wohl am meisten unterschätzten Naturparks in Deutschland spannt sich entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze über drei Länder hinweg: Bayern, Thüringen und Hessen. Seit 1991 zählen die Bergvorsprünge, Urwälder, Moore, Bergwiesen und Flusstäler zu den UNESCO-Biosphärenreservaten. Vor allem im Winter, wenn sich eine weiße Schneedecke über die Hochrhön legt, zählt das Schwarze Moor zu den besten Geheimtipps in Deutschland: Auf fein präparierten Langlaufloipen gleiten Sie dann durch die verschneite Moorlandschaft. Im Sommer erkunden Sie den Rundweg bei einem ausgedehnten Spaziergang.

Höhenflüge in der Abendsonne: Die Rhön ist auch ein Paradies zum Gleitschirmfliegen. Mit dem Gleitschirm können Sie von der Wasserkuppe aus den Naturpark aus der Vogelperspektive sehen.

Doch nicht nur tagsüber ist die Rhön einer der schönsten Geheimtipps in Deutschland. Da die Region recht dünn besiedelt ist, gibt es kaum Lichtverschmutzung – beste Bedingungen also für eine besonders gute Sicht auf den Sternenhimmel. Oder nehmen Sie direkt an einer geführten Tour im Sternenpark Rhön teil, um gleich noch etwas über die Sternbilder der Milchstraße zu lernen.

Anreise:

Mit dem Auto oder der Bahn, zum Beispiel über Fulda oder Bad Neustadt an der Saale

Beste Reisezeit:

Ganzjährig

Ideal für:

Sternengucker/Ruhesuchende/Naturfreunde/Wanderer

Urlaub im eigenen Land kann viele Überraschungen bereithalten, besonders dann, wenn Sie an Orte reisen, die bislang weniger Menschen anziehen. Doch gerade das macht die schönsten Geheimtipps in Deutschland aus: Abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten zeigt sich das Land oft von seiner spannendsten Seite. Es lohnt sich also, vertraute Routen zu verlassen und auch weniger bekannten Reisezielen eine Chance zu geben.

Häufig gestellte Fragen zu den Geheimtipps Deutschland

Welche Geheimtipps gibt es für Städtereisen?

Zu den schönsten Geheimtipps in Deutschland für eine Städtereise zählt neben Erfurt auch Görlitz mit seiner beeindruckenden Architektur und den historischen Filmkulissen. Wenn Sie Fachwerkidylle lieben, dann besuchen Sie Miltenberg am Main, das mit romantischen Fachwerkfassaden und einer idyllischen Uferpromenade punktet, oder alternativ Tüchersfeld im Kletterparadies Fränkische Schweiz.

Welche deutsche Stadt lohnt sich für einen Kurztrip?

Für einen Kurztrip lohnen sich Tangermünde an der Elbe, die UNESCO-Stadt Naumburg oder die Universitätsstadt Tübingen. Sie alle verbinden Geschichte, Kultur und eine entspannte Atmosphäre – oft mit deutlich weniger Besucherandrang als die großen Metropolen.

Welche Geheimtipps gibt es für einen Urlaub in Deutschland?

Neben den genannten gibt es natürlich noch den einen oder anderen Geheimtipp für einen Urlaub in Deutschland – von ruhigen Küstenorten und abgelegenen Bergseen bis hin zu historischen Kleinstädten, ungewöhnlichen Kulturlandschaften und abgeschiedenen Wanderregionen. Wenn Sie in kleinere Städte und ländliche Regionen reisen, entdecken Sie oft die überraschendsten Seiten des Landes.

Reiseideen

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