7 x Wandern auf Kreta: Strände, Schluchten, Gipfel und mehr

Erkunden Sie die größte Insel Griechenlands zu Fuß und erwandern Sie die Strände, Schluchten und Gipfel, die bei einem klassischen Badeurlaub oft im Verborgenen bleiben.

Kreta hat mehr zu bieten als nur schöne Strände. Viel mehr! Die Insel ist ein wahres Wanderparadies mit wilden Schluchten, stillen Küstenpfaden und Berggipfeln, die erfahrene Wanderer auf bis zu 2.456 Meter führen. Der Duft nach wilden Kräutern und die salzige Meeresluft machen beim Wandern auf Kreta den Weg zum Ziel. Von der leichten Stadtwanderung bis zur anspruchsvollen Bergtour ist für jedes Fitnesslevel etwas dabei. Am Ende wartet als krönender Abschluss ein Teller Dakos, frischer Fisch und ein Glas kretischer Wein.

1. Heraklion: Ankommen in der Inselhauptstadt

Wenn Sie nach Ihrer Ankunft in Heraklion (auch Iraklio) nicht sofort zu einer mehrtägigen Tour aufbrechen möchten, sondern sich erst einmal akklimatisieren wollen, empfiehlt sich ein entspannter Spaziergang durch die Stadt. Verschaffen Sie sich in Ruhe einen ersten Eindruck von der Insel und ihren Bewohnern und gewöhnen Sie sich an das mediterrane Klima vor Ort. Starten Sie Ihren Rundgang am besten am Hafen, beobachten Sie dort die ein- und auslaufenden Fischerboote und schlendern Sie vorbei an der venezianischen Festung Koules (Rocca a Mare) in Richtung Altstadt.

Hotel-Tipp: Im RoccaMare Heraklion - Handwritten Collection übernachten Sie in der Nähe des Hafens mit Blick aufs Meer und die historische Festung, der das Hotel seinen Namen verdankt, ist nur wenige Spazierminuten entfernt.

In der Altstadt erwartet Sie eine reizvolle Mischung aus venezianischer, osmanischer und moderner Architektur. Obwohl sich die Stadt sichtbar modernisiert, wirkt Heraklion nicht wie auf Hochglanz poliert. An diesem Ort wird gelebt und gearbeitet: Davon zeugen zum Beispiel die Wäscheleinen auf den Balkonen und der rege Verkehr rund um die Fußgängerzonen. Am Abend lohnt es sich, von den ehemaligen Stadtmauern einen Blick über die Dächer der Stadt, den Hafen und die Berge in der Ferne zu werfen.


Praktische Informationen

  • Start/Ziel: Hafen von Heraklion
  • Dauer: 2 bis 3 Stunden inklusive Fotostopps und Kaffeepausen
  • Schwierigkeit: leicht
  • Anreise: ca. 15 Autominuten vom Flughafen Heraklion

2. Agios Nikolaos: Von der Stadt auf die Halbinsel

Urban und doch maritim präsentiert sich die Kleinstadt Agios Nikolaos im östlichen Teil der Insel. Auch sie ist eine hervorragende Basis für eine Wanderreise nach Kreta und lädt mit ihrem See im Zentrum zu ausgedehnten Spaziergängen entlang der Uferpromenade und leichten Wanderungen zu höhergelegenen Aussichtspunkten ein – ideal, um erste Wandererfahrungen auf Kreta zu sammeln.

Hotel-Tipp: Im NIKO Seaside Resort Crete - MGallery Collection in Agios Nikolaos finden Sie einen ruhigen und entspannten Ausgangspunkt für Ihren Urlaub. In dem 5-Sterne-Hotel auf Kreta können Sie nach dem Wandern am Infinity-Pool mit Meerblick entspannen und Ihrem Körper ein Verwöhnprogramm im Spa gönnen.

Wenn Sie in Agios Nikolaos in Richtung Norden spazieren, lassen Sie das Stadtzentrum und damit den Trubel rasch hinter sich. Immer wieder kommen Sie an kleinen Badebuchten vorbei, in denen Sie Ihre Füße ins Wasser stecken und den Fischern beim Sortieren ihrer Netze zusehen können. An den Stadtstränden spielen Kinder, und alte Männer nippen an ihren kleinen griechischen Mokkas.


Je weiter nördlich Sie kommen, desto ländlicher wird die Umgebung. In der Luft liegt der Duft von Pinien, die Zikaden singen, und eine sanfte Meeresbrise trägt die Wellen an die Küste. Nehmen Sie sich ruhig Zeit und wandern Sie bis auf die Halbinsel Kalydon. Unterwegs kommen Sie an alten Ruinen vorbei und erreichen schließlich den naturbelassenen Kolokitha Beach.


Praktische Informationen

  • Start/Ziel: von Agios Nikolaos bis zum Kolokitha Beach und zurück
  • Dauer: 6 bis 7 Stunden, beliebig abkürzbar
  • Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer
  • Anreise: direkt ab Agios Nikolaos, ca. 1 Autostunde von Heraklion

3. Preveli Beach: Lagune mit Meerblick

Wie vielseitig das Wandern auf Kreta ist, beweist die Schlucht rund um den Preveli Beach, einen der bekanntesten und schönsten Strände Kretas. Vom dazugehörigen Parkplatz sind Sie in wenigen Minuten unten am Strand, wo der Fluss Megalopotamos ins Lybische Meer mündet. Das letzte Stück des breiter werdenden Flusslaufes säumen Dattelpalmen, die eine Kulisse erschaffen, die man eher in den Tropen als während eines Urlaubs auf einer griechischen Insel vermuten würde.


Vom malerischen Strand mit dem berühmten Palmenwald aus sollten Sie die gleichnamige Schlucht erkunden. Lassen Sie sich vom Fluss ins Innere geleiten, wo die Menschen ebenso weniger werden wie die Geräusche um Sie herum. Suchen Sie sich ein ruhiges Plätzchen, um das Naturschauspiel um Sie herum voll auszukosten, oder folgen Sie dem Weg flussaufwärts bis zu den Stromschnellen. Je nach Wasserstand können Sie hier in den kleinen Wasserbecken, die sich bilden, wunderbar baden.

Tipp: Wenn der Wasserstand niedrig genug ist, kommen Sie bei Ihrer Flusswanderung bis zur rund vier Kilometer entfernten venezianischen Preveli-Brücke im mittleren Teil der Schlucht.

Praktische Informationen

  • Start/Ziel: Parkplatz des Preveli Beach
  • Dauer: je nach Route rund 2 Stunden
  • Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer
  • Anreise: ca. 2 Autostunden von Heraklion entfernt

4. Lasithi-Hochebene: Wandern auf Kreta zwischen Feldern und Windmühlen

Wenn Sie einen ruhigen Gegenpol zur belebten Küste suchen, lädt die weite Lasithi-Hochebene auf rund 800 Metern Höhe zu ausgedehnten Wanderungen ein. Die fruchtbare Ebene ist eingerahmt von Bergen und durchzogen von Wiesen, Feldern, Obstbäumen und verstreuten Kapellen. Die Wege bieten immer wieder atemberaubende Panoramablicke in die Natur. Begleitet von den Glöckchen der Schafe und Ziegen folgen Sie kleinen Straßen und Feldwegen, passieren abgelegene Höfe und haben unterwegs immer wieder die Gelegenheit, in einer Taverne oder einem griechischen Dorf-Café, dem Kafenio, einzukehren.


Ihre Rundwanderung starten Sie am besten in einem der größeren Dörfer wie Tzermiado oder Agios Georgios, die mit dem Mietauto gut erreichbar sind. Die für die Region so typischen Windräder, die früher das Wasser auf die Hochebene pumpten, wurden mittlerweile durch moderne Pumpanlagen ersetzt. Ein tolles Fotomotiv sind die Windräder aber weiterhin. Sehenswert ist auch die Tropfsteinhöhle in Psychro (Diktéon Ántron), in der der Göttervater Zeus der Legende nach das Licht der Welt erblickte. Die Höhle wird seit 2024 renoviert und soll 2027 wiedereröffnet werden.

Gut zu wissen: Von Tzermiado aus führen Wanderwege für konditionell fitte Hobbywanderer auf den Karfi-Gipfel, von dem Sie einen großartigen Panoramablick über die Hochebene genießen.

Praktische Informationen

  • Start/Ziel: Tzermiado oder Agios Georgios
  • Dauer: je nach Route rund 3 bis 4 Stunden
  • Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer
  • Anreise: ca. 1,5 Autostunden von Heraklion oder Agios Nikolaos

5. Omalos-Plateau: Stille Weite im Westen der Insel

Wer auf Kreta wandern gehen möchte, kommt an der Samaria-Schlucht im Südwesten der Mittelmeerinsel kaum vorbei. Die berühmte Route mag eindrucksvoll sein, ist aber alles andere als ein Geheimtipp auf Kreta. Wenn Sie die Insel lieber abseits der Massen erleben möchten, empfehlen sich ruhigere Orte wie das Omalos-Plateau unweit der Schlucht. Hier auf einer Höhe von rund 1.000 Metern wandern Sie zwischen den Gipfeln der Weißen Berge, der Lefka Ori, über einfache Feldwege und kleine Straßen an Wiesen und Bauernhöfen vorbei.

Omalos + Samaria: Der Einstieg zur berühmten Samaria-Schlucht liegt am südöstlichen Rand des Plateaus. Wenn Sie geübt sind und zügig unterwegs, lassen sich bei einer Wanderung das Plateau und die Schlucht auch verbinden. Rechnen Sie dann aber mit einer reinen Gehzeit von 6 bis 7 Stunden.

Anders als in der Samaria-Schlucht erwarten Sie rund um Omalos nicht Touristenattraktionen und Gipfelstürme, sondern das authentische Landleben der Kreten. Je nach Jahreszeit sehen Sie, wie die Hirten ihre Herden auf die Felder treiben, und Sie passieren blühende Apfelbäume und üppige Gemüsefelder. Mit etwas Glück entdecken Sie auch eine der typischen Mitata. Die aus Steinen errichteten Hütten dienten den Schäfern einst als Unterschlupf und wurden zur Käseherstellung genutzt. Kehren Sie auf der Hochebene unbedingt in eine der Tavernen ein und probieren Sie die Milchprodukte, die hier mit viel Liebe und Sorgfalt noch immer hergestellt werden.


Praktische Informationen

  • Start/Ziel: Omalos
  • Dauer: je nach Route rund 2 bis 3 Stunden
  • Schwierigkeit: leicht
  • Anreise: ca. 3 Autostunden von Heraklion

6. Psiloritis: Dem Himmel ganz nah

Wenn Sie zum Wandern nach Kreta kommen und bereits Wandererfahrung haben, sollten Sie den Aufstieg auf den Psiloritis, den höchsten Berg der Insel, wagen. Hier auf 2.456 Metern soll der Legende nach der griechische Gott Zeus aufgewachsen sein. Glaubt man der griechischen Mythologie, war die Kinderstube des Göttervaters zwar ein wenig karg, dafür aber genoss er großartige Ausblicke auf die größte Insel Griechenlands.

Gut zu wissen: Der Psiloritis liegt auf dem europäischen Fernwanderweg E4, der vom südlichsten Punkt Spaniens über die Alpen und den Balkan bis nach Griechenland und Zypern führt.

Schon die Anfahrt zum Startpunkt auf der Nida-Hochebene führt durch eine archaisch anmutende Berglandschaft mit schroffen Hängen, vereinzelten Schäferhütten und weidenden Ziegen. Beim Aufstieg überwinden Sie rund 900 Höhenmeter und spüren, wie der Wind stärker und die Luft klarer wird. Mit jedem Schritt öffnet sich der Blick weiter über die Insel. Oben angekommen stehen Sie auf einem Dach aus Stein, während unter Ihnen die Wolken vorbeiziehen – ein spirituelles Erlebnis, wie viele behaupten.


Praktische Informationen

  • Start/Ziel: Nida-Hochebene
  • Dauer: je nach Route und Kondition ca. 12 Stunden für Auf- und Abstieg
  • Schwierigkeit: anspruchsvoll
  • Anreise: ca. 1,5 Autostunden von Heraklion

7. Patsos-Schlucht: Die wilde Seite der Insel

Wenn Sie auf der Suche nach Abenteuern abseits der ausgetretenen Touristenpfade sind, ist die Patsos-Schlucht eine gute Wahl. Hier wandern Sie auf Kretas rauerer Seite: zwischen hohen Felsen hindurch, über Holzstege und schmale Pfade hinab. Nach Regenfällen ist zwar Trittsicherheit gefragt, doch gerade dann ist das Zusammenspiel von Wasser, Licht und Stein am eindrucksvollsten. Sobald Sie diese Naturbühne selbst erlebt haben, werden Sie vermutlich verstehen, warum so viele Einheimische die Schlucht durchwandern, wenn sie durchatmen und den Kopf freibekommen möchten.

Tipp: Bringen Sie ein kleines Picknick mit und genießen Sie die Stimmung in der Schlucht, während Sie sich mit Köstlichkeiten wie Oliven oder Schafskäse aus der Region stärken.

Schon das gleichnamige Dorf, in dem die Wanderung startet, ist eine griechische Bilderbuchidylle: kleine weiße Häuser, begrünte Innenhöfe, große Eichen, die Schatten spenden. Der Weg in die Schlucht ist vom Wanderparkplatz aus beschildert und bietet zwei Alternativen. Der nach Osten führende Pfad ist zwar unwegsamer und herausfordernder, führt aber an mehreren Grotten und Höhlen vorbei, die Entdeckerherzen höherschlagen lassen. Auch der Weg in die andere Richtung ist nichts für ungeübte Wanderer, doch auf dieser Route wartet ebenso viel unberührte Natur und die kleine Felskapelle Agios Antonios. 


Praktische Informationen

  • Start/Ziel: Patsos
  • Dauer: je nach Route rund 2 Stunden
  • Schwierigkeit: mittelschwer, teils rutschig
  • Anreise: ca. 1,5 bis 2 Autostunden von Heraklion

3 Tipps für Ihren Wanderurlaub auf Kreta

Wandern auf Kreta ist zu jeder Jahreszeit eine gute Idee: Im Hochsommer finden Sie Abkühlung im Meer, in den Schluchten oder auf den Gipfeln der überraschend hohen Berge und im Frühjahr und Herbst locken mildere Temperaturen, klare Sicht und die farbenprächtige Natur. Im Winter wird es gemütlich, wenn Sie auf den Hochebenen mit oder ohne Schnee wandern, zu einsamen Buchten hinabsteigen und sich in den Tavernen am Kamin aufwärmen. Unabhängig von der Reisezeit sollten Sie beim Wandern auf Kreta ein paar Dinge immer beachten:

  1. Ausrüstung: feste Wanderschuhe, Sonnenschutz in Form von Cremes und Kleidung, ausreichend Wasser, Zwiebellook (auch im Sommer), Wanderkarte oder digitale Offline-Karten
  2. Sicherheit: gut planen und vorbereiten, Wettervorhersage beachten, nach Regen mit rutschigen Stellen rechnen, für anspruchsvollere Wanderungen einen Wanderführer aus Kreta engagieren oder an geführten Wanderungen teilnehmen
  3. Ruhetage: die eigene Kondition im Blick behalten, Erholungsphasen einplanen, aktive und ruhige Tage abwechselnd einlegen

Kreta lässt das Wanderherz höherschlagen: Von genussvollen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Gipfelwanderungen ist alles möglich. Welche Route wäre Ihr Favorit?

Häufige Fragen über das Wandern auf Kreta

Kann man in Kreta gut wandern?

Ja, Kreta ist ein wahres Wanderparadies mit einer großen Vielfalt an Wanderwegen: von leichten Küstenwanderungen über Stadtspaziergänge und Schluchten bis hin zu Hochgebirgstouren wie auf den Psiloritis.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern auf Kreta?

Die besten Jahreszeiten zum Wandern auf Kreta sind der Frühling (März, April und Mai) und der Herbst (September und Oktober), wenn es nicht zu heiß ist und die Landschaft besonders farbenreich ist. Für Hochgebirgs- und Schluchtenwanderungen kann der Hochsommer die beste Zeit sein, um Kälte, Nässe, Eis und Schnee zu vermeiden.

Welche einfachen Wanderungen gibt es auf Kreta?

Leichte Wanderungen finden Sie rund um Heraklion und Agios Nikolaos. Dazu gehören gemütliche Stadtspaziergänge, kurze Küstenwege sowie einfachen Schluchten-Wanderwege wie Sie sie teilweise in der Richtis-Schlucht oder der Myli-Schlucht („Schlucht der Mühlen“) im Norden der Insel vorfinden. Dort wandern Sie ganz entspannt.

Reiseideen

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