3 August 2026
5 Minuten
In Amsterdam erwartet Sie eine Museumslandschaft, die überraschend vielseitig ist und Sie durch prunkvolle Säle, an moderne Ausstellungsorte und in ungewöhnliche Ecken führt.
3 August 2026
5 Minuten
Amsterdam ist nicht nur für seine idyllischen Wasserstraßen, die schmucken Grachtenhäuser und die zahlreichen Coffeeshops bekannt, sondern auch für seine äußerst vielseitige Museumslandschaft. In Amsterdam gibt es so viele Museen, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Doch einige Häuser müssen Sie einfach gesehen haben, prägen sie doch das kulturelle Selbstverständnis der Stadt und stehen stellvertretend für ihre Geschichte, ihre Kunst und ihren internationalen Ruf.
Wer zum ersten Mal in die niederländische Hauptstadt reist, hat meist die Klassiker wie das Anne-Frank-Haus, das Rijksmuseum oder das Van Gogh Museum ganz oben auf der Liste. Wer diese schon erleben durfte, kann sich auf alternative Kunst, überraschende Kuriositäten und Amsterdamer Geschichten freuen.
Funfact: Mit über 60 Museen besitzt Amsterdam die höchste Museumsdichte der Welt.
Ein einzelner Besuch reicht kaum aus, um die vielfältige Museumslandschaft auch nur ansatzweise zu erkunden. Umso schöner: Unsere Auswahl an Museen liefert Ihnen gute Gründe, immer wieder nach Amsterdam zurückzukehren.
Eines der bewegendsten und meistbesuchten Museen in Amsterdam ist das Anne-Frank-Haus. In dem verstecktem Anbau des Grachtenhauses an der Prinsengracht 263 versteckte sich das jüdische Mädchen mit seiner Familie während des Zweiten Weltkriegs vor den Nazis. Hier vertraute sie auch ihrem berühmten Tagebuch ihre Träume, Ängste und Sorgen an. Nahezu unverändert ist das Hinterhaus mit den verwinkelten Zimmern, wie Anne Franks Schlafkammer, das Sie bei einem Museumsbesuch besichtigen. Über eine schmale Holztreppe geht es hinauf in die geheime Hinterhauswohnung, die Sie über ein drehbares Aktenregal erreichen. Wie viel Hingabe in dem Museum steckt, zeigt sich an den persönlichen Gegenständen, die neben dem Originaltagebuch zusammengetragen worden. Aufwühlend sind auch die Filme, in denen Vater Otto Frank, ehemalige Nachbarn und auch Freunde zu Wort kommen. Durchbrochen werden diese persönlichen Erzählungen von Fernsehberichten zu den Schreckensereignissen jener Zeit.
Wissenswert:
Wer durch die Pariser Museenlandschaft streift, hat meist die Mona Lisa ganz oben auf der Wunschliste stehen. In Amsterdam übernimmt diese Rolle ein anderes Werk: Rembrandts berühmte „Nachtwache“. Sie ist das Herzstück des Rijksmuseums Amsterdam und zugleich ein guter Ausgangspunkt für einen Rundgang durch mehr als 800 Jahre niederländischer Kunst- und Kulturgeschichte mit über 8.000 Ausstellungsstücken. Gelegen am wunderschönen Museumplein geben sich in dem prächtigen Bau bedeutende Namen des goldenen Zeitalters der Niederlande ein Stelldichein. Zu Rembrandt gesellen sich Vermeers „Dienstmagd mit Milchkrug“ und Van Goghs Selbstbildnisse. Die großen Namen in der faszinierenden Ehrengalerie wollen gesehen werden. Deshalb sollten Sie sich bei einem spontanen Museumsbesuch auf Schlangen und Wartezeiten einstellen. Früh kommen lohnt sich – oder buchen Sie Ihre Tickets im Voraus.
Wissenswert:
Ein Fenster in die Vergangenheit: Wie Rembrandt gelebt, geliebt und gearbeitet hat, erfahren sie im Rembrandthaus in der Jodenbreestraat 4, das Sie auf eine interaktive und berührende Zeitreise ins Amsterdam des 17. Jahrhunderts mitnimmt.
Täglich geöffnet 10:00–17:00 Uhr (Juni–Oktober bis 18:00 Uhr); Standardticket 23,50 Euro (ermäßigt ab 8,00 Euro)
Wenn Ihr Interesse an den großen Meistern noch nicht gestillt ist, bleiben Sie am Museumplein. Nur wenige Schritte vom Rijksmuseum entfernt widmet das Van Gogh Museum mit der weltweit größten Sammlung an Van-Gogh-Gemälden dem einflussreichen Maler der modernen Malerei ein eigenes Museum. Mehr als 200 Gemälde, 400 Zeichnungen und Hunderte Briefe zeichnen das Bild eines rastlosen Lebens mit Stationen in Amsterdam, Paris, Südfrankreich und laden Sie ein, den außergewöhnlichen Stil und die inneren Kämpfe Van Goghs besser nachzuempfinden. Auf einem Rundgang durch die hellen, modernen Räume folgen Sie dem Schaffen Van Goghs chronologisch, von seinen frühen Skizzen bis hin zu den knallig intensiven Farben der späteren Jahre. Besonders faszinierend sind die Details: Ein Blick durchs Mikroskop lässt Sandkörner auf der Farbe erkennen. Neben weltberühmten Meisterwerken wie „Sonnenblumen“, „Das Schlafzimmer in Arles“, „Mandelblüte“, „Die Kartoffelesser“ oder die Selbstporträts begegnen Ihnen auch Werke von Zeitgenossen wie Edvard Munch, Paul Gauguin und Henri Toulouse-Lautrec.
Da der Andrang oft groß ist, sollten Sie, wie in anderen berühmten Museen in Amsterdam, am frühen Morgen oder späten Nachmittag kommen.
Insidertipp: Wirklich großartig gemacht ist der Audioguide. Er liefert Ihnen zahlreiche Hintergrundgeschichten zu Van Goghs Werken. Beispielsweise erfahren Sie, was mit seinem Ohr wirklich geschah.
Wissenswert:
In unmittelbarer Nachbarschaft setzt das Stedelijk Museum bewusst auf ein Kontrastprogramm zu den großen Meistern am Museumplein. Schon der markante Bau, der nicht ohne Augenzwinkern an eine überdimensionale Badewanne erinnert, schreit: Hier geht es um moderne und zeitgenössische Kunst. Im Inneren erwartet Sie eine Sammlung von rund 90.000 Ausstellungsobjekten, die einen Bogen vom abstrakten Expressionismus über De Stijl, Bauhaus und Pop-Art bis hin zu experimentellen Installationen und Industriedesign spannt. Die Arbeiten weltbekannter Künstler wie Piet Mondrian, Andy Warhol, Pablo Picasso, Henri Matisse und Gerrit Rietveld begegnen Ihnen ebenso selbstverständlich wie aktuelle Positionen junger Kunstschaffender in Wechselausstellungen. Das Aufregende bei einem Rundgang: Viele Werke setzten sich mit Identität, Konsum oder gesellschaftlichem Wandel auseinander – und lassen Ihnen Raum für eigene Deutungen.
Wissenswert:
In der historischen Villa Alsberg zwischen Rijks- und Van Gogh Museum finden Sie den Beweis dafür, dass Streetart längst massentauglich ist. Das private Moco Museum schlägt auch den Bogen von urbaner Kunst zu Pop-Art. Der Rundgang ist kurzweilig, hallt aber lange nach. Starke Motive und immersive, digitale Installationskunst stehen im Mittelpunkt. Sie treffen auf berühmte Werke von einflussreichen Streetart-Künstlern wie „Mädchen mit Ballon“ von Bansky, deren politische Botschaften ebenso provozieren wie unterhalten. Sie werden aber auch angehalten, in die Welten von Andy Warhol, Keith Haring oder Yayoi Kusama abzutauchen, die absolut erlebenswert sind.
Wissenswert:
Noch mehr Streetart: Hinter der backsteinernen Fassade mit dem haushohen Wandgemälde von Anne Frank auf der alten NDSM-Werft im hippen Amsterdamer Norden verbirgt sich eines der größten Streetart-Museen der Welt. Im STRAAT Museum genießen Sie quietschbunte wie monochrome Streetart mit Industriecharme.
NDSM-Plein 1; geöffnet Di–So 10:00–17:00 Uhr, Mo 12:00–17:00 Uhr; Standardticket 21,50 Euro
Wie der Bug eines gewaltigen Schiffes ragt der grün schimmernde Bau des NEMO Science Museums aus dem Wasser am Oosterdok, nicht weit vom familienfreundlichen 3-Sterne-Hotel ibis Amsterdam Centre Stopera. Anders als in vielen anderen Museen in Amsterdam dreht sich in dem Wissenschaftsmuseum auf vier Ebenen alles ums Experimentieren und Mitmachen. Das ist nicht nur für Kinder spannend! Sie erzeugen selbst Strom, reisen ins menschliche Gehirn, forschen im Labor oder beobachten bei Live-Demonstrationen, wie Kettenreaktionen in Gang gesetzt werden. Sie erfahren auch, wie Blitze entstehen und warum wir manchmal Dinge wahrnehmen, die gar nicht da sind. Über das Museumsrestaurant gelangen Sie auf die Dachterrasse. Dort fragt man sich unweigerlich, ob der Schein trügt, so schön ist die Panoramaaussicht auf Amsterdam und seine Grachten.
Wissenswert:
Apropos Grachten – die niederländische Hauptstadt ist für vieles bekannt: Coffeeshops, Käse, das Rotlichtviertel und ihre Grachten. Überraschend ist es allerdings, dass es in Amsterdam auch eigene Museen für all diese Dinge gibt. Wenn Sie sich schon einmal gefragt haben, wie es wohl ist, auf einem Hausboot auf den Amsterdamer Grachten zu leben, dann finden Sie Antworten im kleinen, aber feinen Hausbootmuseum. Bei einem Rundgang über den ehemaligen Frachter aus dem Jahr 1914, der zu einem Hausboot umgebaut wurde, entsteht schnell der Eindruck, als würde man einen verstohlenen Blick auf das Leben der anderen werfen. Denn die Schlafkojen, die gemütliche Küche und Sessel wirken, als wären sie gerade erst verlassen worden.
Wissenswert:
Wenn die niederländische Königsfamilie nicht gerade Staatsgäste empfängt oder Zeremonien stattfinden, können Sie einen Blick hinter die Kulissen des Paleis op de Dam werfen. Anfang des 19. Jahrhunderts verwandelte Napoleons Bruder Louis Bonaparte das ursprünglich als Rathaus errichtete Gebäude in einen imposanten Königspalast. Schon beim Betreten spüren Sie die repräsentative Wucht des Gebäudes: Marmor, so weit das Auge reicht, leuchtende Deckenfresken und kunstvolle Skulpturen, die Amsterdams einstige Bedeutung als Handelsmetropole feiern. Bei einem Rundgang durch die königlichen Gemächer mit Möbeln im Empire-Stil und dekorativer Kunst merken Sie schnell, dass alles auf Wirkung angelegt ist. Doch genau das macht einen Palastbesuch während eines Amsterdam-Besuchs so reizvoll.
Wissenswert:
Dass die Stadt auch zu einem Hotspot für Kunstfans avanciert ist, zeigt sich an der Fülle der Museen über Kunst in Amsterdam. Einen besonderen Platz nimmt dabei das FOAM Fotografiemuseum ein, das sich in einem herrschaftlichen Kanalhaus mit hübschen Park an der Keizersgracht internationaler Fotokunst und aufstrebenden Nachwuchstalenten verschrieben hat. In entspannter Atmosphäre sehen Sie in wechselnden Ausstellungen von Vintage-Drucken bis hin zu Videoinstallationen alles: Modefotografie, Reportagen, Porträts und auch experimentelle Reihen. Das ist mal politisch, mal poetisch und manchmal überraschend persönlich.
Wissenswert:
Kurz und knapp: die bekannten wie das Anne-Frank-Haus, das Rijksmuseum, das Van Gogh Museum oder das Rembrandthaus. Empfehlenswert ist es, die Tickets online im Voraus zu kaufen, um am Besuchstag entspannt hineinzuspazieren und die Warteschlangen zu umgehen. Etliche Museen binden Tickets außerdem an feste Zeitfenster.
Bei der schieren Fülle an Museen überrascht es kaum, dass Amsterdam auch abseits der großen Namen ungewöhnliche Entdeckungen bereithält. Im KattenKabinett an der Herengracht dreht sich alles um Katzen von Gemälden bis hin zu skurrilen Objekten. Das Käsemuseum widmet sich einem der großen Genüsse des Landes, und bei Ripley’s Believe It or Not! tauchen Sie in ein Paralleluniversum voller kitschiger Kuriositäten ein.
Mit der I amsterdam City Card können Sie zahlreiche Museen und Sehenswürdigkeiten kostenlos besuchen. Der Preis variiert je nach Dauer: 24 Stunden kosten 67 Euro, 48 Stunden 94 Euro und 72 Stunden 115 Euro. Eine Grachtenfahrt und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel sind ebenfalls inklusive.