Carcassonne
Aus der Ferne wirkt Carcassonne weniger wie eine funktionierende Stadt als vielmehr wie eine mittelalterliche Fata Morgana. Die befestigte Cité erhebt sich über der Aude-Ebene, ihre doppelten Mauern und spitzen Wachtürme dominieren die felsige Hügelkuppe. Was der Besucher heute sieht, ist das Ergebnis jahrhundertelanger Belagerungen, Besetzungen und Restaurierungen - eine Festung, die einst eher einem strategischen als einem malerischen Zweck diente.
Innerhalb der Tore verschieben sich die Maßstäbe. Enge Gassen, schiefe Fassaden und kleine Plätze bilden eine lebendige Stadt, in deren Mittelpunkt das Château Comtal und seine gestaffelten Festungsmauern stehen. In der Nähe des Eingangs erinnert die Büste der Dame Carcas an die Legende von der geschickten List, mit der eine Belagerung beendet wurde. Ob Mythos oder nicht, die Geschichte fängt den Geist von Carcassonne ein - einer Stadt, die von Widerstandsfähigkeit geprägt ist und heute eine der eindrucksvollsten mittelalterlichen Landschaften Europas im südlichen Licht des Languedoc bewahrt.