Die 6 schönsten Surf-Spots in Portugal, von Norden bis Süden

Portugal ist nicht umsonst zu Europas Surf-Mekka geworden. Anfänger-Beachbreaks, knifflige Riff-Wellen, kolossale Big-Wave-Swells – hier finden Sie alles. Wir zeigen Ihnen wo.

Mit einer 1800 Kilometer langen Atlantikküste und Hunderten sauberer Strände mit Blauer Flagge ist es kein Wunder, dass Portugal ein beliebtes Reiseziel für Surfer ist. Die Swells sind das ganze Jahr über konstant und es gibt genug Abwechslung, sodass jeder eine Welle finden wird, die seinen Fähigkeiten entspricht – egal, ob Sie gerade erst anfangen oder bereits ein alter Hase sind. An allen wichtigen Surf-Spots Portugals sind Surfschulen und -clubs präsent, die Strände sind leicht zugänglich und verfügen über eine hervorragende Infrastruktur. Außerdem gibt es eine lebendige Surfkultur. Hinzu kommen Portugals mildes Klima (rund 300 Sonnentage im Jahr), fabelhaftes Essen, reiche Kultur und eine herzliche, einladende Atmosphäre. Erleben Sie ein wunderbares Urlaubsziel, das Sie auch dann lieben werden, wenn Sie Ihren Neoprenanzug ausgezogen und Ihr Surfbrett weggepackt haben.

Die 6 besten Surf-Spots in Portugal – von Norden nach Süden

1. Porto: Ein Juwel inmitten einer sandigen Küste

  • Wellen: Beachbreaks, Röhrenwellen
  • Erfahrungsgrad: alle
  • Beliebtheit: 7/10

Die zweitgrößte Stadt Portugals liegt am Fluss Douro und ist von steilen, gewundenen Gassen durchzogen und mit wunderschön gekachelten Häusern gespickt. Direkt vor den Toren Portos gibt es eine Reihe von goldenen Sandstränden mit Wellen für jedes Niveau – und obwohl sie längst kein Geheimtipp mehr sind, sind sie immer noch weniger überlaufen als die Surf-Spots in Portugals Süden. Matosinhos, der Lieblingsstrand der Einheimischen, ist sogar mit der Metro zu erreichen und mit seinen kleinen Beachbreaks ideal für Anfänger. Der bekannteste Strand Portos, Espinho, ist nur eine kurze Zugfahrt vom Stadtzentrum entfernt und bietet starke, sich kräuselnde Röhrenwellen, die sich auf 17 Kilometer Sand brechen.

2. Nazaré: Bergsteiger haben den Everest. Surfer haben Nazaré.

  • Wellen: Big Waves
  • Erfahrungsgrad: Fortgeschrittene, Profis
  • Beliebtheit: 10/10

Jeder hat sie schon gesehen: die enormen Wellen, die auf die Landzunge krachen, und die wagemutigen Surfer, die nichts weiter sind als winzige Punkte inmitten der Naturgewalt. Viele denken an die Monsterwellen von Nazaré, wenn sie „Surf-Spots in Portugal“ hören. Praia do Norte ist Schauplatz vieler Weltrekorde im Big-Wave-Surfen. Seine massive Dünung ist das Ergebnis des Nazaré-Canyons, einer kontinentalen Verwerfung vor der Küste. Natürlich sind diese Wellen – manche sollen bis zu 30 Meter hoch sein – nur für extreme Draufgänger geeignet, aber sie einfach nur zu beobachten, ist bereits ein unvergessliches Erlebnis. Die gewaltigen Wellen treten am wahrscheinlichsten zwischen Oktober und März auf, und die beste Aussicht hat man in der Nähe der Festung São Miguel Arcanjo. Wenn der Swell von Praia do Norte „klein“ ist, wird sie zu einem perfekten Beachbreak mit schönen Links- und Rechtswellen – aber trotzdem nur für Experten geeignet. Auch wenn Sie sich nicht ins Wasser wagen, finden Sie in Nazaré ein charmantes Städtchen mit lebhaften Märkten und malerischen Plätzen.

„Auf einer dieser Wellen zu reiten ist, als würde man von einer Lawine hinuntergejagt werden.“ (Garrett McNamara, ehemaliger Weltrekordhalter für die größte gesurfte Welle, über Praia do Norte)

3. Peniche: Die European Pipeline

  • Wellen: Beachbreaks, Röhrenwellen
  • Erfahrungsgrad: alle
  • Beliebtheit: 9/10

Peniche, bekannt als die „Hauptstadt“ der portugiesischen Surfszene, liegt auf einer Halbinsel etwa 90 Kilometer nördlich von Lissabon. Unabhängig von der Windrichtung und dem Wellengang ist die Brandung hier fast immer gut. Die Ortschaft unterhalb der Festung Praça-forte de Peniche beherbergt mehrere Surfcamps, und die feinsandigen Strände Praia do Baleal und Praia do Medão Grande sind im Sommer, wenn die Wellen sanfter sind, ideal für Surfanfänger. Mit etwas mehr Erfahrung können Sie den Pointbreak bei Molhe Leste ausprobieren. Aber die legendärste Welle von Peniche ist der Beachbreak Supertubos, auch bekannt als die „European Pipeline“. Diese kann selbst an „kleinen“ Tagen eine Herausforderung für erfahrene Surfer sein. Die Weltbesten strömen jedes Jahr im März in das kleine Fischerdorf, um sich beim Rip Curl Pro Portugal mit Supertubos zu messen.

 

Auch wenn Peniche bei Surfern berühmt ist, verströhmt der Ort selbst nach wie vor eine authentische und weniger touristische Atmosphöre als andere Ziele an der Küste Portugals.

4. Ericeira: Europas erstes World Surfing Reserve

  • Wellen: Beachbreaks, Röhrenwellen
  • Erfahrungsgrad: alle
  • Beliebtheit: 8/10

Etwa eine Stunde nördlich von Lissabon liegt Ericeira. Die charmante Ortschaft mit ihren weißgetünchten Häusern bildet das Tor zu rund acht Kilometern felsiger Klippen, die von wunderschönen Buchten und versteckten Stränden unterbrochen werden. Die Zuverlässigkeit der Wellen in diesem Küstenabschnitt führte dazu, dass er 2011 zum World Surfing Reserve ernannt wurde. Wenn Sie gerade erst anfangen, finden Sie hier mehrere Surfschulen, aber die Vielfalt der Wellen macht den Ort zu einem Magneten für Surfer aller Könnensstufen.

 

Fußläufig gelangen Sie zu den einsteigerfreundlichen Spots wie dem Foz do Lizandro. Die anspruchsvolleren Breaks liegen nördlich des romantischen Fischerdorfs, welches heute nicht nur Surfer, sondern auch allerlei Kreativschaffende anzieht: Praia de Ribeira d’Ilhas, durch seine Klippen vor dem Wind geschützt, ist für seine perfekten Barrels berühmt und ein Stopp auf der World-Surf-League-Tour. Vom hübschen Strandcafé aus können Sie auskundschaften, in welche Richtung die Wellen rollen. Coxos ist der berüchtigtste Rechtshänder der Gegend, bekannt für seine schnellen und langen Breaks, die selbst fortgeschrittene Surfer herausfordern.

„Der beste Surfer ist derjenige, der am meisten Spaß hat.“ (Phil Edwards)

5. Lissabon: Das Beste aus beiden Welten

  • Wellen: Beachbreaks
  • Erfahrungsgrad: alle
  • Beliebtheit: 7/10

Ein Surftrip nach Lissabon bietet das Beste aus beiden Welten: Wo sonst kann man morgens an einigen der schönsten Surf-Spots in Portugal auf herrlichen Wellen reiten, nachmittags Kaffee und zartschmelzende Pastéis-de-Nata-Törtchen in einem eleganten Café genießen und abends einen Vinho Verde nippend melancholischen Fado-Melodien lauschen? Bei all seinen Reizen denken Sie vielleicht zuerst gar nicht an Lissabon als Reiseziel für einen Surfurlaub. Aber es ist tatsächlich ein perfekter Ausgangspunkt, mit einer Vielzahl von Stränden in unmittelbarer Nähe, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell und bequem erreichbar sind.

 

Lissabons beliebtester Surfstrand – und vielleicht auch der malerischste – ist ohne Zweifel Praia de Carcavelos, ein breiter, 1,5 Kilometer langer Strand mit feinem Sand im Schatten der Festung Forte de São Julião da Barra. Er gilt als Geburtsort der portugiesischen Surfkultur und ist Austragungsort mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe. Die starken linken und rechten Beachbreaks bieten für jeden etwas und können im Winter besonders herausfordernd sein.

 

Gut zu wissen: Der Zug vom Bahnhof Cais do Sodré in Lissabon bringt Sie in weniger als 30 Minuten nach Carcavelos. Vom Bahnhof aus sind es etwa 10 Minuten Fußweg zum Strand.

 

Anders als die nach Süden ausgerichteten Strände unterhalb von Lissabon ist Praia do Guincho der vollen Kraft des Atlantiks ausgesetzt. Der Strand liegt in einer natürlichen Senke an der Serra de Sintra und ist von wilden Dünen umgeben. Der südliche Teil ist besser für Wellenreiter geeignet, da es unabhängig von den Gezeiten gute rechte und linke Breaks gibt. Weil am Guincho fast immer ein starker Wind weht, ist der Strand auch bei Windsurfern sehr beliebt.

 

Gut zu wissen: Die Fahrt von Lissabon mit dem Zug von Cais do Sodré und dann mit dem Bus von Cascais dauert etwa 90 Minuten. Alternativ können Sie auch ein Zimmer im nahegelegenen ibis Lisboa Sintra buchen, das weniger als 30 Autominuten entfernt ist.

Funfact: Praia do Guincho war der Schauplatz der Eröffnungsszene des James-Bond-Films „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ von 1969.

Auf der anderen Seite des Tejo von Lissabon liegt der Praia da Costa da Caparica, ein atemberaubender weißer Sandstrand, der sich über fast 30 Kilometer erstreckt. Er ist ein großartiger Surf-Spot in Portugal für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen, denn hier finden Sie einen sanften Beachbreak nach dem anderen. Es gibt viel Platz für alle, aber je weiter Sie nach Süden gehen, desto einsamer wird es.


Gut zu wissen: Busse vom Platz Marquês de Pombal in Lissabon bringen Sie in etwa einer Stunde nach Costa da Caparica – ein Highlight ist die Überquerung der an die Golden-Gate-Bridge erinnernden Ponte 25 de Abril. Alternativ können Sie eine Fähre von Cais do Sodré nach Cacilhas und dann den Bus nach Costa da Caparica nehmen.

6. Die Algarve: Bezaubernde Küste im äußersten Süden

  • Wellen: Beachbreaks
  • Erfahrungsgrad: alle
  • Beliebtheit: 8/10

Der südlichste Zipfel Portugals ist eine atemberaubende Küste mit langen Sandstränden, die von dramatischen, goldfarbenen Klippen und kleinen, von Felsen geschützten Buchten unterbrochen werden. Alle blicken auf ein ultramarinblaues Meer. Während das Wasser an den Stränden, die nach Süden zum Golf von Cádiz hin ausgerichtet sind, in der Regel ruhig ist, bieten der äußerste Süden und die Westküste einige großartige Surf-Spots in Portugal. Sagres, wo die geschützte Südküste und die wildere Atlantikküste aufeinandertreffen, ist das Surf-Epizentrum der Algarve. So sehr ist das Leben hier auf den Strand ausgerichtet, dass man sich auf einer Insel und nicht mehr auf dem europäischen Festland wähnt. Erkunden Sie die unzähligen Strände der Algarve am besten mit einem eigenen oder gemieteten Auto, um auch die herrliche Landschaft dazwischen auf sich wirken zu lassen. Der spektakuläre Praia do Tonel begeistert Surfer aller Niveaus, während der Praia do Beliche anspruchsvollere Wellen bietet. Weiter küstenaufwärts bietet Praia da Arrifana im Sommer mehrere Surfcamps und ist somit ideal für Anfänger, wird aber im Winter anspruchsvoller, während am Praia do Amado, umgeben von Klippen, das ganze Jahr über hervorragende Bedingungen herrschen.

„Vor einer Welle sind wir alle gleich.“ (Laird Hamilton)

Wann ist die beste Zeit zum Surfen in Portugal?

Im Sommer sind die Wellen nur halb so hoch wie im Winter. Wenn Sie also gerade erst mit dem Surfen anfangen oder vom Beginner- zum Intermediate-Level aufsteigen wollen, ist dies die ideale Jahreszeit. Viel Sonnenschein und wärmeres Wasser machen den Sommer zu einer wunderbaren Zeit für einen entspannten Surfurlaub.

 

Winter in den Surf-Spots Portugals bedeutet weniger Trubel und höhere Wellen. Sie reichen von zwei bis zu fünf Metern und sogar darüber hinaus und sind damit ideal für alle, die auf der Suche nach einer Herausforderung sind. Es ist kein Zufall, dass der Winter Big-Wave-Enthusiasten aus der ganzen Welt anlockt.

Welche Ausrüstung brauche ich zum Surfen in Portugal?

Die Gewässer Portugals sind das ganze Jahr über relativ kalt – im Norden noch mehr als im Süden. Die meiste Zeit des Jahres sollten Sie einen 3/2- oder 4/3-Neoprenanzug tragen und in den kälteren Monaten von Dezember bis März zusätzlich eine Kapuze, Füßlinge und Handschuhe anziehen. Sie haben keine eigene Ausrüstung? In der Nähe aller großen Surf-Spots in Portugal gibt es Verleiher, die Sie mit allem ausstatten, was Sie brauchen. Rechnen Sie mit ca. 100 bis 150 € für ein Board und einen Neoprenanzug für sieben Tage.

Was sind die wichtigen Verhaltensregeln beim Surfen in Portugal?

In den Surf-Spots Portugals gelten die gleichen Regeln zu guten Manieren wie in jedem wellenreichen Reiseziel rund um den Globus. Geben Sie immer dem Surfer den Vorrang, der dem Peak am nächsten ist, drängen Sie niemanden ab, behalten Sie immer die Kontrolle über Ihr Board und seien Sie respektvoll gegenüber den Einheimischen.