Bukarest
Rumäniens Hauptstadt lässt sich nicht so leicht vergleichen. Breite, vom Paris der Haussmann-Ära inspirierte Boulevards durchziehen eine Stadt, in der orthodoxe Kirchen neben kommunistischen Wohnblocks stehen und Stadthäuser aus dem frühen 20. Jahrhundert modernen Glastürmen gegenüberstehen. Bukarest wuchs in sichtbaren Schichten: ein osmanischer Handelsposten, eine aufstrebende königliche Hauptstadt, dann das Herzstück eines theatralischen kommunistischen Regimes.
Den Spitznamen "Klein-Paris" erhielt die Stadt in den frühen 1900er Jahren, als ihre Ambitionen mit denen westeuropäischer Hauptstädte konkurrierten. Vieles wurde unter Ceaușescu abgerissen, aber es blieb genug übrig, um dem Zentrum eine überraschende Pracht zu verleihen.
Heute fühlt sich Bukarest lebendig an und entwickelt sich weiter, mit einer wachsenden Café- und Kunstszene, einem neuen Interesse an der rumänischen Küche und einer Altstadt, die auch nach Einbruch der Dunkelheit Besucher anzieht. Es ist nicht immer leicht, sie zu lieben, aber für den neugierigen Reisenden ist sie durchaus lohnend.